Quartier am Tulpenbrunnen - Auf dem Weg zum Wohnquartier

Der Tulpenbrunnen in Halle-Neustadt. (Foto: Jana Kausch)

Halle-Neustadt hat mehr zu bieten als ein Kino, Einkaufszentrum und Skaterpark. Das war auch den Machern der IBA klar, und so rückte der Wohnkomplex 3 in den Fokus.

Das Gebiet liegt mit seinen öffentlichen Grünräumen auf der Nordseite der Magistrale und reicht bis zum Stadtpark in Heide-Süd. Die Zuordnung von Wohngebäuden und Zentrum ist typisch für die Planung der Neustädter Wohnkomplexe. Markant ist in dem Viertel der Tulpenbrunnen. Dieser stammt aus dem Jahr 1978 und wurde von dem Hallenser Künstler Heinz Beberniß gestaltet.

Der Fokus der IBA Stadtumbau 2010 lag auf der Erneuerung des öffentlichen Raumes, besonders dem Tulpenbrunnen. Der Zustand des Freiraumes wurde von vielen Menschen als vernachlässigt empfunden, was im starken Gegensatz zu dem vergleichsweise hohen Sanierungsstand des Wohnkomplexes stand. Und so wurde der Platz am Tulpenbrunnen sowie der Brunnen selbst neu gestaltet. Anwohnerinnen und Anwohner gaben Anregungen und entwarfen Tulpenmotive und Keramikfliesen, die jetzt den Brunnen und die Platzflächen schmücken. Außerdem wurde schon im letzten Jahr ein neuer Spielplatz eingeweiht. Kernstück dessen ist ein 26 Meter langer Kletterdino.

Der begonnene Prozess die Neugestaltung findet seine Fortsetzung mit dem Projekt „Kunst auf Zeit“: Anfang Juni bis Anfang Juli 2010 entstanden Kunstwerke vor Ort. Zum einen wurden Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mitdenken, Mitmachen und Miterleben eingeladen, eine Woche lang eine große, gemeinsame plastische Arbeit zu entwickeln. Zum anderen haben bildende Künstler (vom 7.6.–3.7.) temporäre Kunstwerke, die zum Diskurs im gesellschaftlichen und städtebaulichen Kontext anregen wollten, vor Ort erarbeitet und ausgestellt. Ziel von „Kunst auf Zeit“ war es auch, die Galerie im Grünen als Alleinstellungsmerkmal zu stärken.

Mit einem Anwohnerfest wurde am 18. Juni 2010 die Fertigstellung der Häuser im Oleanderweg gefeiert. Im Rahmen der IBA wurden hier aus 125 Plattenbauwohnungen 81 Wohnungen mit 18 unterschiedlichen Grundrissen sowie Dachterrassen, Balkonen oder Gärten gebaut.