Magistrale - Die Zukunft der Hochstraße

Die Magistrale ist Halles umstrittendste Straße. Manche wollen sie am liebsten abreißen. (Foto: Tore Dobberstein)

Die Hochstraße trennt nicht nur die Franckeschen Stiftungen und Glaucha vom Rest der Stadt ab, nein, sie trennte auch zwei nahezu unversöhnliche Lager. Nämlich diejenigen, die die Straße erhalten wollen, weil sie für den Verkehr in Halle unverzichtbar sei, und jene, die sie eher heute als morgen abreißen würden, da sie das Stadtbild verschandele.

Anscheinend war die Hochstraße selber die langen Diskussionen leid und wies den Weg in die Zukunft selber, denn wie man nun feststellte, ist der in ihr verbaute Stahl „sprödbruchgefährdet“. Genauso kompliziert ist auch die notwenige Sanierung. Während einer der vielen Diskussionsrunden in den letzten Jahren wurde dies bekannt und sorgte für eine Annäherung der beiden Lager. Wie es scheint, könnte es nun zu einem stückweisen Rückbau der Trasse kommen, was die Verkehrssituation in Halle entscheidend verändern würde. Mit dem aktuellen Stand der Diskussionen und Planungen konnte man sich im IBA-Bus vertraut machen, der im Mai auf dem Franckeplatz stand und mit einer entsprechenden Präsentation aufwartete.

Ein ganz besonderes Event gab es am 30. Mai 2010, denn dann hatten verliebte Pärchen die Chance, unter einmaligen Bedingungen in Halle zu heiraten, nämlich genau auf der Magistrale, als zum IBA Hoch-Zeit-Fest diese extra gesperrt wurde. Neben dem ungewöhnlichen Ort der Trauung warteten auf die Paare noch weitere Überraschungen: Eine Hochzeitskutsche brachte die Verliebten direkt auf die Verkehrsader zwischen Halle und Halle-Neustadt. Dort wurden sie schließlich von der damaligen Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados getraut. Die Aktion „Traut Euch!“ gab den symbolischen Rahmen für das Hoch-Zeit-Fest, denn damals vor 20 Jahren „heirateten“ Halle und Halle-Neustadt, um die geforderten 300.000 Einwohner für die damalige Landeshauptstadtwahl zu erreichen. Auf drei Kilometern wurden an diesem Tag ungewöhnliche Brücken geschlagen – Wege neu erfahr- und begehbar gemacht. Die Hoch-Zeit war ein Höhepunkt im Abschlussjahr der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt.

Höhepunkt der Hoch-Zeit war die Stadtwette, bei der sich  3.410 Hallenser für den 200 Meter langen Schriftzug "HALLE SAALE" auf Höhe des Wohn-Centrums Lührmann einfanden und die so die Stadtwette mit Magedburg gewannen.