Glaucha - Stadt - Spiel - Vision

Glaucha wurde im Rahmen der IBA wieder schick. (Foto: Tore Dobberstein)

Glaucha ist zentral und lebendig, kreativ und unverbraucht, eine für viele Hallenser bisher gewagte These, aber hier leben etwa 4.400 Einwohner in über 3.100 Wohnungen, und seit dem Frühjahr 2008 rücken Kräfte aus dem IBA-Projekt „Sozialraum Glaucha“ und Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau Ost die Stärken und Möglichkeiten des Quartiers ins öffentliche Bewusstsein.

Das Ende der IBA ist in Glaucha ein Anfang, denn so lebendig und kreativ, wie oben behauptet, geht es in der Woche vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2010 in Glaucha zu. Eine ganze Straße und ihre Häuser dienen als Ausstellungsraum und Open-Air-Bühne für das Erreichte. Die Projektwoche Stadt – Spiel – Vision verortet sich jedoch ausdrücklich nicht in einem Erfolgsobjekt, obgleich Glaucha selbst zum Erfolgsprojekt geworden ist. Sie findet in der Albert-Schmidt-Straße statt, einer der momentan hässlichsten Straßen Glauchas. Gerade der schlechte Zustand des Ortes aber ist es, der Hoffnung und Inspiration bietet, Raum für ein freieres Agieren, reales und gedankliches Spielen – für Visionäres. Eine Woche lang wird die Straße komplett gesperrt, etwa 40 Einzelprojekte im Straßenraum und in sieben leer stehenden Häusern laden ein zum Besuchen und Mitmachen. Ausstellungen, Installationen, Aktionen und Streitgespräche werden das Geschehen bestimmen. Zu den Höhepunkten der Projektwoche gehört das studentische Ausstellungsprojekt kunstinbetrieb3.

Das Kooperationsprojekt von Studierenden der Martin-Luther-Universität und der Hochschule Burg Giebichenstein will Glaucha erkunden und die Entdeckungen thematisch und konzeptionell in die Ausstellung einfließen lassen. Etwa 25 Künstler haben sich mit dem Stadtviertel und seinen Bewohnern auseinandergesetzen. Es geht um Identität und Veränderung, um Kontinuität und Wiederbelebung, um Haltungen zu Fragen der Gegenwart sowie Erwartungen an die Zukunft. In den leeren Wohnräumen der Albert-Schmidt-Straße 5 fand im Vorfeld der Ausstellung eine Arbeitswoche statt, in der die Arbeiten entstanden. Die Ausstellung selbst eröffnete am 1. Juni ihre Türen. Darüber hinaus sorgt die Fête de la musique vom 19. bis 21.6.2010 dafür, dass Glaucha im Gespräch um seine Zukunft bleibt.