Händel-Festspiele 2024 - Französische Inspiration

Mit einem Feuerwerk an Veranstaltungen, von der großen Oper über das feierliche Oratorium und glanzvolle Konzerte bis hin zu genreübergreifenden Formaten finden die Händel-Festspiele Halle vom 24. Mai bis 9. Juni in der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels statt. Das Motto der Festspiele lautet „Oh là là! Händel? – Französische Inspirationen“. Eröffnet werden die Festspiele mit einer Neuproduktion der Oper „Amadigi di Gaula“ (HWV 11). Louisa Proske schickt den Helden auf eine Irrfahrt der Halluzinationen durch Kaspar Glarners rätselhafte Bilderwelten. Um die magische Umgebung zum Leben zu erwecken, arbeitet die Oper Halle erstmals seit vielen Jahren bei den Händel-Festspielen mit dem Ballett Halle unter Michal Sedláček. Die vielschichtige Zauberoper des 30-jährigen Händel erlebt damit ihre erst 3. Produktion bei den Händel-Festspielen Halle.

Zahlreiche weitere Opern, Oratorien und Konzerte lassen die 17 Festivaltage zum Höhepunkt für Fans der Alten Musik werden. In zahlreichen Veranstaltungen wird das Festspiel-Programm durch weitere Musikgenres und neue Konzertformate bereichert, in denen musikalische Grenzen hinterfragt und die Besucher/-innen auf musikalische Entdeckungsreisen geschickt werden. Ein breites Spektrum an Barockmusikern, von bekannten Stars bis hin zu jungen Talenten, erwartet die Gäste der Händel-Festspiele.

International renommierte Stars der Barockmusik, wie etwa Franco Fagioli, Sophie Juncker, Magdalena Kožená, Marie Lys, Raffaele Milansesi, Lawrence Zazzo und viele andere mehr, sind auch bei den Festspielen 2024 zu Gast und lassen Händels Musik in allen Tonlagen erklingen. Am Dirigentenpult sind mit Michael Schneider, Dani Espasa, Leo Duarte, Attilio Cremonesi, Giovanni Antonini, Philipp Ahmann und den Händel-Preisträgern Wolfgang Katschner, Andrea Marcon und Christophe Rousset überregional bekannte Experten der Barockmusik zu erleben.



Das Tanztheaterprojekt Terpsicore – die Königin tanzt! verbindet die Musik aus Händels Terpsicore mit der aus Opern Jean-Philippe Rameaus und legt einen Schwerpunkt auf den zeitgenössischen Tanz. 1734 entstanden, sollte dieses Stück dem Londoner Publikum die gefeierte französische Tänzerin  Marie Sallé näherbringen. Der Regisseur und Choreograph Emanuele Soavi sucht Antworten: Terpsicore feiert den Tanz und die Musik, vereint sie zu einem in unserer Gegenwart angekommenen prächtigen Spiel und lasst Raum für den Widerstreit von Emotion und Ästhetik, für Ironie, Sarkasmus und einen gesellschaftskritischen Blick. Für die szenische Aufführung konnte mit der international renommierten lautten compagney BERLIN neben der Emanuele Soavi Incompany Köln ein weiterer herausragender Koproduktionspartner gefunden werden.

Als eine der am seltensten gespielten Opern gilt Händels letzte in London komponierte Oper Tolomeo, re d’Egitto aus dem Jahr 1728. Tolomeo war bei seiner Uraufführung 1728 kein Publikumserfolg. Erst bei der Wiederaufnahme 1730 wurde die Oper dank großer Änderungen an der Partitur, einer größeren Besetzung und neuer Arien für die Solisten erfolgreich. Die Händel-Festspiele 2024 präsentieren Tolomeo in dieser Fassung. Die neuzeitliche Erstaufführung in der rekonstruierten originalen Orchesterbesetzung in Koproduktion mit dem Kammerorchester Basel und dem Ensemble Il Giardino Armonico wurde von Clemens Birnbaum konzipiert und wird konzertant nach der Hallischen Händel-Ausgabe unter der musikalischen Leitung von Giovanni Antonini aufgeführt. Eine Tradition der Händel-Festspiele ist die Aufführung des populären Oratoriums Messiah in der Marktkirche zu Halle. Unter der musikalischen Leitung von Alexander Schneider wird das Oratorium vom Vokal-Ensemble Polyharmonique zusammen mit dem Wrocław Baroque Orchestra in der Dubliner Fassung von 1742 in der Taufkirche von Georg Friedrich Händel aufgeführt.



Zum ersten Mal wird im Rahmen der Händel-Festspiele ein Oratorium im Kaiserdom in Merseburg erklingen. 1708 wurde Händels La Resurrezione in Rom uraufgeführt. In Kooperation mit der Stadt Merseburg wird dieses Frühwerk Händels, das er mit 23 Jahren komponierte, unter der musikalischen Leitung von Michael Schönheit von der Merseburger Hofmusik dargeboten.

Die Händel-Festspiele sind mehr als nur ein Festival für Alte Musik. Auch 2024 gibt es ein vielfältiges Programm mit anderen Musikgenres und  neuen Konzertformaten. Diese Erweiterungen sind nicht nur eine Bereicherung für das Festival, sondern auch eine Einladung an die Besucher/- innen, neue musikalische Horizonte zu erkunden.

Einen Abend voller Improvisation bietet Michel Godard bei der Barock Lounge I, bei der er sich zusammen mit drei weiteren Musiker/-innen auf Musikstücke aus Händels Opern und Oratorien wie auch auf eine Komposition des französischen Barockkomponisten Michel Lambert bezieht. Das Programm namens Light the Earth findet in Kooperation mit den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen statt.

In der Baroque-Lounge II lässt das Ensemble Virévolte zusammen mit der Sopranistin Aurore Bucher Folk, Jazz und Pop aufeinander treffen. In Händel goes Pop sind musikalische Elemente von John Dowland, Richard Wagner und Elvis Presley bis France Gall dabei und erzeugen eine Mischung aus traditionellem Folk, klassischer Virtuosität, coolen Jazzklängen und melancholischen Popliedern.

In der Barock Lounge III wird mit Amour Fou ein neues Pasticcio-Programm des Komponisten und Fagottisten Burak Özdemir und seines Barockensembles Musica Sequenza aufgeführt. Das Werk ist für drei Solisten konzipiert: Özdemirs Barockfagott, den modernen Tanz von Choreograph Jiři Bartovanec und die Stimme des Tenors Anders Dahlin. Im Fokus stehen Händels ekstatische Opernarien, die mit Freude, Schmerz, Neid und Trauer die leidenschaftlichen Gefühle der Liebe aufzeigen und dabei von historischen Instrumenten begleitet werden.