Die Händel-Festspiele Halle feiern großen Erfolg

Mit dem geplanten Abschlusskonzert unter freiem Himmel in der Galgenbergschlucht endeten am Sonntag, dem 15. Juni, die Händel-Festspiele 202, die unter dem Motto "Frischer Wind: Der junge Händel in Italien" stand. Vom 6. bis 15. Juni besuchten knapp 41.000 Gäste aus aller Welt die Geburtsstadt Georg Friedrich Händels. Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, den Niederlanden, England, Frankreich, Japan, den USA und Australien verwandelten Halle (Saale) in einen pulsierenden Treffpunkt für Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber.
Aufgrund der verkürzten Festivaldauer von zehn statt bislang siebzehn Tagen fiel die Gesamtbesucherzahl erwartungsgemäß etwas geringer aus. Die Fokussierung auf einen kompakteren Zeitraum mit 66 Veranstaltungen führte jedoch zu einer höheren Auslastung von 75 % sowie zu einer besonders lebendigen Festivalatmosphäre, die sowohl von internationalen Gästen als auch von den Hallenserinnen und Hallensern sehr geschätzt wurde. Zahlreiche weitere Veranstaltungen und Initiativen von Partnerinstitutionen bereicherten nicht nur das offizielle Programm, sondern verstärkten die kulturelle Präsenz der Festspiele in der Stadt und trugen spürbar zur besonderen Dichte und Intensität des Festivalerlebnisses bei.
„Die Händel-Festspiele 2025 waren ein voller Erfolg – mit internationalem Publikum, großartiger Stimmung in der Stadt und einem facettenreichen Programm.“, freut sich Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale). „Halle hat sich als Händelstadt von seiner besten Seite gezeigt. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr – und ich weiß: Auch die Hallenserinnen und Hallenser sind wieder mit Begeisterung dabei.“



Den Auftakt machte das Händelfestspielorchester am Donnerstag mit Il convito d’Alessandro. Beim Preisträgerkonzert im Dom zu Halle unter der musikalischen Leitung von Attilio Cremonesi erhielt das Orchester nach dem Konzert den Händel- Preis der Stadt Halle, vergeben durch die Stiftung Händel-Haus. Als Eröffnungspremiere am Freitag begeisterte die Neuproduktion von Händels Agrippina, inszeniert von den Intendanten der Oper Halle Walter Sutcliffe unter der musikalischen Leitung von Laurence Cummings. Weitere Opernproduktionen waren Reinhard Keisers Octavia im Goethe-Theater Bad Lauchstädt in der Regie von Tilman Hecker und mit der lautten compagney BERLIN unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner, sowie die Wiederaufnahme von Amadigi di Gaula in der Regie von Louisa Proske. Die ausverkaufte konzertante Aufführung von Poro, re dell’Indie mit Max Emanuel Cencic und Julia Lezhneva sowie die am letzten Festspielwochenende in Bad Lauchstädt szenisch aufgeführte Kantate Clori, Tirsi e Fileno rundeten die Opernaufführungen ab.

In gewohnter Weise brachten die Festspiele auch im Jahr 2025 wieder international gefragte Originalklang-Ensembles sowie zahlreiche Stars aus der Szene der Alten Musik nach Halle. Zu den herausragenden Künstlerinnen und Künstlern zählen unter anderem Julia Lezhneva, Max Emanuel Cencic, Anna Bonitatibus, Mahan Esfahani, Rey Chenez, Bruno de Sá und Christoph Prégardien. Begleitet werden sie von renommierten Ensembles und Dirigenten wie der lautten compagney BERLIN, Martyna Pastuszka, Attilio Cremonesi, Federico Maria Sardelli, Hervé Niquet, Europa Galante, Reinhard Goebel, Fabio Biondi, Concerto Copenhagen und vielen weiteren.



Die Händel-Festspiele Halle 2026 finden vom 5. bis 14. Juni statt, das Motto lautet „Mannsbilder. Helden – Herrscher – Herzensbrecher“. Intendant Florian Amort: „Männlichkeit ist wieder ein gesellschaftliches Top-Thema – in Politik, Medien und Kultur. Der Mythos vom starken, potenten, unverwundbaren Mann erlebt eine neue Konjunktur: Politiker verschiedenster Couleur inszenieren sich als Führer und Krieger, Influencer und selbsternannte Männlichkeitscoaches beschwören eine ‚Krise des Mannes‘ – meist mit dem Ziel, tradierte Machtverhältnisse zu zementieren. Die Forderung nach Gleichstellung wird als Bedrohung stilisiert, um Geschlechterhierarchien zu festigen, in denen Frauen und queere Menschen als ‚anders‘, aber dem Mann untergeordnet gelten.“ Unter dem Eindruck dieser Diskurse richtet das Festival den Blick auf Händels Männerfiguren: auf tapfere Ritter, verletzliche Liebende und machtbewusste Herrscher, auf emotionale Kämpfer und fragile Helden. Denn auch im Barock war Männlichkeit kein starres Konzept. Händels Opern und Oratorien zeigen Männer zwischen Stärke und Schwäche, zwischen öffentlicher Erwartung und innerer Zerrissenheit.