Ich mag es auf Tour zu sein

Kristin Asbjørnsen hat den Jazz nicht nur in der Stimme, sondern auch im Blut (Foto: Hans-Fredrik Asbjørnsen)

Kristin Asbjørnsen ist mit einer Stimme gesegnet, die ganz so klingt, als wäre die Sängerin nicht in Oslo, sondern in einem der Südstaaten der USA zur Welt gekommen. Zum Women in Jazz Festival im Februar war sie in Halle zu einem Konzert. Kulturfalter nutzte die Gelegenheit, mit ihr ein Interview zu führen.

Kulturfalter: Frau Asbjørnsen, wo waren Sie am Freitag?

Kristin Asbjørnsen: Ich bin direkt aus Bern in Berlin angekommen und hab mich ein bisschen erholt, denn am Samstag bin ich in Herne und es ist alles ziemlich stressig.  

Ist dies Ihr erster Trip nach Halle, kennen Sie die Stadt?

Ich weiß gar nichts von Halle. Es ist mein erstes Mal und ich bin sehr aufgeregt. Ich habe nur etwas über das Festival gehört, als ich Silje Nergaard mal getroffen habe und da haben wir über das Festival gesprochen, weil sie auch hier spielt.  

Was denken Sie ist der Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Jazz?

Es gibt viele Variationen, aber zwischen den Geschlechtern würde ich den Unterschied im Style nicht auf Frauen und Männer beschränken. Aber generell kann man vielleicht sagen, dass Frauen mehr Sänger als Spieler sind. Ich habe viele Elemente in meiner Musik, viele sind männliche Styles, aber ich denke da bin offen, ich würde es nicht reduzieren, aber für so ein Festival ist so ein Fokus gut. Vielleicht ist es auch mehr ein Marketingaspekt im Business.  

Ihre Inspirationsquelle sind Sprituals der Sängerin Ruth Reese. Sind diese heute noch aktuell?

Ich denke schon. Besonders die Emotionen, die sie in ihre Musik bringt, sind sehr aktuell. Sie haben mich sehr beeindruckt, sie schaffen offene Räume und die Songs sind Tradition, aber sie sind up to date und nicht beschränkt auf eine bestimmte Zeit.  

Sieht man etwas von den Städten, wenn man so viel unterwegs ist?

Ja, es ist schon sehr speziell, jede City ist so nah, und man sieht viele Städte, gestern waren wir in Bern und man bekommt immer einen speziellen, kurzen Eindruck. Meine Familie hat mir eine Kamera geschenkt mit dem Auftrag Bilder zu machen, von all den Städten, weil die meisten kennen wir nicht. Ich mag es auf Tour zu sein und bin im März wieder da. Die Leute hier sind so speziell und liebenswert.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Asbjørnsen!
(Martin Große, Kulturfalter Februar 2008)

 

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