Das waren die 14. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt

Mit der erfolgreichen Umsetzung der 14. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt bestätigte die International Academy of Media and Arts (IAMA) erneut Ihren Anspruch, eine wegweisende Rolle für die Aus- und Weiterbildung sowie für das gesamte Netzwerk rund um Filmmusikschaffende und branchennahe Gewerke einzunehmen. Geboten wurden ein umfassendes Programm aus Workshops, Lectures, Kongressformaten, Konzerten sowie der Vergabe des Deutschen Filmmusikpreises 2021. Die aktive Teilnahme von Hollywood-Komponist Jeff Beal (u.a. "House of Cards" und "Monk") in einigen dieser Formate rundete die Filmmusiktage glanzvoll ab.

Im Rahmen des Kongresses „Zukunftsmusik - Film und Musik für die Welt von morgen“ gingen am 5. und 6. November hochkarätige Speaker (u. a. Regisseur Philipp Stölzl und Komponist Ingo Frenzel, Komponistin Christine Aufderhaar und Prof. Dr. Georg Maas, wissenschaftlicher Leiter der Filmmusiktage) der Frage nach, welche technischen, musikalischen und wirtschaftlichen Entwicklungen die Zukunft von Film und Musik bestimmen werden. „Der Kongress bot anregende und abwechslungsreiche Gelegenheiten, mit Filmschaffenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Filmmusikfans in entspannter Atmosphäre über Filmmusik und Sounddesign ins Gespräch zu kommen, nach dem Online-Jahrgang 2020 eine ganz besonders inspirierende Begegnung.", so Prof. Dr. Georg Maas.



Bei der von der IAMA neu entwickelten, parallel zu den Filmmusiktagen laufenden Weiterbildung zum Postproduction Supervisor trafen am 5. und 6. November 23 Teilnehmende zusammen, um sich fit zu machen für kommende Marktherausforderungen wie Digitalisierung, Anforderungen von Streamingdiensten, Workflow, Budgetierung und mehr. Der Workshop wurde umgesetzt in Zusammenarbeit mit dem „A Post Lab“ und dem „Postpro Network Halle“, weitere Termine für 2022 sind bereits in Planung. Wie wichtig und zeitgemäß diese Weiterbildung ist, zeigt die erfolgreiche Kooperation mit einem Streaminganbieter: Netflix vergab 2 Stipendien zur Teilnahme. 

Das große Galakonzert in der Oper Halle am 6. November war in diesem Jahr der europäischen Idee gewidmet. Unter der Leitung von Bernd Ruf brachte die Staatskapelle Halle klassische und neue Filmmusiken europäischer Künstler*innen auf die Bühne und begab sich auf kulturelle Spurensuche nach der musikalischen Vielfalt des Kontinents. Neben Filmmusiken von Mikis Theodorakis (Griechenland) über Björk (Island) bis Karim Sebastian Elias (Deutschland – u.a. Fernsehdreiteiler „Ku’damm 63“) präsentierte das Galakonzert auch neue Kompositionen der Masterclass-Teilnehmenden und Alumni des Berklee College of Music, Valencia.

Inspirierender und zukunftsweisender Content wurde am 12. November den Teilnehmenden des Workshops „Game Sound Post II: Immersives Audio in XR, VR & 360°-Projekten“ geboten. Diskutiert und analysiert wurden, anhand von Fallbeispielen der Teilnehmenden, aktuelle Entwicklungen in der App- und Gamebranche in Bezug auf immersive Tongestaltung. Herausgearbeitet wurden hierbei Wege und Notwendigkeiten der Zusammenarbeit mit Sounddesigner*innen. Die Pflege sowie Erweiterung des bereits durch vorangegangene Workshops entstandenen Netzwerkes spielte hierbei eine genauso wichtige Rolle wie die Arbeit an gemeinsamen, zukünftigen Projekten. Das anschließende gemeinsame Networking-Event in der „Schwemme-Brauerei“ ermöglichte einen Austausch in entspannter Atmosphäre.



Beim „Kongress Extended - Pasts & Futures of Film Music“ am 18. November sprach Jeff Beal in seinem Vortrag „Music, Metaphors & A.I. The Conundrum of Computer Generated Art” über die Zukunft der Filmmusik im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz. Reinhild Steingröver (Professorin an der Eastman School of Music, Rochester) richtete ihren Blick auf die filmischen Musikproduktionen in der DDR. In ihrem Vortrag „Musik vor dem Dreh? ́ – Ungehörige Film(musik)geschichten aus dem DEFA Studio“ sprach die renommierte DEFA-Filmexpertin über die Praxis der Filmmusik im volkseigenen Unternehmen und ging der Frage nach, was wir hieraus für die Zukunft der Filmmusikproduktion lernen können.

Am Abend des 18. November trafen sich geladene Gäste zum Deutschen Filmmusikpreis 2021. In einer außergewöhnlichen Edition des Events wurde im Händel-Haus der Berufsstand der deutschen Komponist*innen gewürdigt. Die Würdigung wurde stellvertretend entgegengenommen von Micki Meuser und Martina Eisenreich, Vorstände der Deutschen Filmkomponistenunion sowie Christoph Rinnert, Vorstand des Composers Club. Laudatiert wurde der Akt durch den US-amerikanischen Filmkomponisten Jeff Beal, Ehrenpreisträger International des Deutschen Filmmusikpreis. Darbietungen von Kompositionen aus „Interstellar“ (Hans Zimmer) auf der altehrwürdigen Mauer-Orgel aus dem Jahr 1770 begeisterten alle Anwesenden und sorgten für eine maßgeschneiderte musikalische Untermalung des Abends.  

Einen würdigen Abschluss fanden die Filmmusiktage am 19. November mit dem Stummfilmkonzert des Psychothrillers „Das Cabinet des Dr. Caligari“ in der Händel Halle mit einer Neuvertonung von Jeff Beal. Das Bundesjazzorchester mit Niels Klein präsentierte eine aufsehenerregende multimediale Mischung aus Stummfilm, Jazzorchester und Vokalensemble.   

„Wir müssen und wollen weiterhin die vielen spannenden und wegweisenden Themen unserer Branche diskutieren, analysieren und gemeinsam vorantreiben. Die Bedingungen sind derzeit offensichtlich erschwert, aber das darf uns nicht aufhalten weiterzumachen - gerade jetzt, da die Arbeit der IAMA und der Filmmusiktage nicht nur für Expert*innen, sondern vor allem für den Nachwuchs viele Chancen der Weiterbildung und des Netzwerkens bietet.“, so Alexander Thies, Vorstand und Visionär der IAMA.