11. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt endeten mit umjubeltem Galakonzert in der Oper

Das Galakonzert 2018 mit der Staatskapelle Halle und Dirigent Bernd Ruf und dem „Grüffelo-Motiv". (Foto: Joachim Blobel)

In Halle endeten die 11. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt mit einem umjubelten Galakonzert und Standing Ovations im ausverkauften Opernhaus. Die Staatskapelle Halle unter der Leitung von Bernd Ruf versetzte gemeinsam mit den Solisten des Abends das Publikum in eine Welt voller filmmusikalischer Illusionen. Im Mittelpunkt standen Kompositionen der Ehrenpreisträger des DEUTSCHEN FILMMUSIKPREISES Rachel Portman und Peter Gotthardt.

Einen besonderen Höhepunkt bildeten die Aufführungen von Martina Eisenreichs Tatortmusik „Waldlust“ mit Bernhard Spranger an der singenden Säge und die Musik einer der Masterclass-Nachwuchskomponisten zum Animationsfilm „Grüffelo“. Mit Melodien aus „La La Land“ und eigenen Songs verzauberte die britische Sängerin Gabby Young mit ihrem kongenialen Partner Steven Ellis das Publikum. Tosenden Applaus gab es für Peter Gotthardts Songs zu „Die Legende von Paul und Paula“ mit Puhdys-Frontmann Dieter „Maschine“ Birr, der das Publikum zum Mitklatschen und Mitsingen animierte. Im Anschluss dankte Staatsminister Rainer Robra den Veranstaltern der International Academy of Media and Arts (IAMA) und bestätigte die Fortsetzung der Filmmusiktage.



Die Filmmusiktage Sachsen-Anhalt haben sich mittlerweile sowohl überregional als auch in der Saalestadt fest etabliert und tragen den Ruf von Halle als Film- und Medienstandort weit über die Landesgrenzen hinaus. Zu den prominenten Teilnehmern der 11. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt Oscar®-Gewinnerin Rachel Portman und Peter Gotthardt. Unter dem Motto „Geschüttelt oder gerührt – Filmmusik und Emotion“ waren beim zweitägigen Kongress u. a. drei brandaktuelle Kinoproduktionen Gegenstand der Fachdiskussion. Anhand seiner Arbeit für „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ sprach Walter Mair gemeinsam mit Thomas Mikusz, Gründer von White Bear PR, Los Angeles über die Herausforderungen an einen Musikfilm.

Besonders spannend auch das Panel zu „Gundermann“, der musikalische Supervisor Jens Quandt gab Einblick in die Herausforderung Gundermanns Musik und Bandarbeit einerseits in seiner Zeit möglichst detailgetreu abzubilden und auf der anderen Seite, den Sound in die Gegenwart zu holen. Der Kongress wurde in diesem Jahr erstmals mit einer öffentlichen Diskussionsrunde beendet. Der Filmkomponist Laurent Eyquem, der soeben mit dem Publikumspreis des World Soundtrack Awards in Gent ausgezeichnet wurde, berichtete über das Entstehen seiner Filmmusik zur aktuellen Doku-TV-Serie „Krieg der Träume“. Mit dem anwesenden Regisseur (Jan Peter) und dem Produzenten (Gunnar Dedio) fand er ideale Teampartner für ein gemeinsames Entwickeln der passenden Filmmusik vor, die die Trompete in ihrer Vielseitigkeit zwischen Jazz- und Marschmusik als Motivinstrument in den Mittelpunkt stellte.



Erstmalig wurden die Filmmusiktage Sachsen-Anhalt am 20. Oktober mit einem Filmmusik-Ball eröffnet. In Deutschlands ältestem Varieté ließ sich das im Stil der „Goldenen Zwanziger“ gekleidete Ballpublikum in einen Abend voller Tanz, akrobatischem Unterhaltungsprogramm und kulinarischer Köstlichkeiten entführen – musikalisch begleitet vom Ernst-Lubitsch-Projekt, in dem die Bands „Konrad-Kater-Kapelle“ und „Chicks on Swing“ bis tief in die Nacht die Tanzgäste ins Schwitzen brachten.

Die nächsten Filmmusiktage Sachsen-Anhalt finden im Herbst 2019 statt.