"X(ics) - Grausame Erzählungen der Jugend"

Im Juni 2008 war das italienische Filmteam von Enrico Casagrande für drei Wochen in Halle-Neustadt, um das Projekt X(ics) fertigzustellen, dass man am 26. und 27. Juni zum Theater der Welt Festival auf der Kulturinsel sehen konnte. Kulturfalter sprach mit dem Regisseur Enrico Cassagrande über sein Projekt.

Am 8. April 2008 war im Festivalkino des Theaters der Welt in der Werft der Film „Grausame Erzählungen der Jugend“ zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt war  Regisseur Enrico Casagrande schon mittendrin in der dritten Phase seines Projektes X (ics). Die ersten beiden Phasen, deren Ergebnis an diesem Tag zu sehen waren, wurden in italienischen und französischen Vororten verschiedener Großstädte gedreht und beschäftigen sich mit dem Leben von jungen und alten Menschen, ihren Treffpunkten und wie ihr Leben in den Vororten ist. Im Juni wird das italienische Filmteam für drei Wochen in Halle-Neustadt sein und das Projekt X(ics) fertigstellen. Kulturfalter sprach mit dem Regisseur Enrico Cassagrande über sein Projekt.  

Herr Casagrande, worum geht es bei dem Projekt X (ics)?

Das, was wir in Halle-Neustadt machen ist der letzte Teil des Projektes. Es geht darum die  jungen und alten Menschen im Zusammenhang mit ihrer Stadt kennenzulernen und zu verstehen. Der erste Teil entstand in Italien und der zweite in Frankreich. Wir drehten in den Vororten verschiedener Städte.  

Wie würden sie die entstandenen Film beschreiben?

(Lacht) Hm, wir nennen es Dokufiktion.  

Kennen sie Halle-Neustadt?

Wir waren letztes Jahr eine Woche da und haben es uns angeschaut und der Direktor des Festivals erzählte uns die Geschichte des Stadtteils.  

Was interessiert sie speziell an Halle-Neustadt?

Mich interessiert an Halle-Neustadt besonders dieser Leerstand. Komplette Gebäudezeilen sind zu und leer, dass findet man in Italien oder Frankreich nicht. Da ist alles voll. Ebenso die Teilung der Stadt in Alt- und Neustadt ist absolut einzigartig.  

Ihr Ziel ist es die Menschen, die in Halle Neustadt leben, zu treffen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, wie gehen sie dabei vor?

Wir werden mit der Kamera durch Halle-Neustadt wandern und auf die Leute zugehen. Ich hoffe, dass die Sprachbarriere nicht zu groß ist und ich bin gespannt auf die Unterschiede, die es zwischen italienischen, französischen und deutschen Vorstädten gibt. Wir werden auch mit ein paar Vermittlern unterwegs sein. Es wird auch jemanden geben, der mit Rollerblades durch die Stadt fährt und Flyer verteilt.

Glauben Sie dass die Leute anders sind, als die die sie bisher in während ihrer Arbeiten getroffen haben?

Das mit den leeren Gebäuden ist schon sehr speziell in Deutschland. In Italien ist alles voll – überall leben Menschen. Da gibt es nicht so einen Leerstand. Ich denke, dass sie komplett unterschiedlich sind und das es wenige Geimsamkeiten gibt. Aber ihre Treffpunkte, die Shoppingcenter sind schon gleich. Aber es ist ein anderes Level von Stadt. Aber das ist Teil des Projektes, genau das herauszufinden.  

Herr Casagrande, vielen Dank für das Gespräch. 

(Martin Große, Kulturfalter)