Leipziger Buchmesse 2019: Demokratie erstreiten

Auf der Manga-Comic-Convention ziehen zahlreiche Neuerscheinungen Messebesucher in ihren Bann. (Foto: Leipziger Messe GmbH / Jens Schlüter)

Vorhang auf für die Kraft der Worte: Vom 21. bis 24. März 2019 öffnet die Leipziger Buchmesse 2019 und lädt Autoren, Leser und Verlage ein, die Vielfalt der Literatur zu erleben. Auf 100.000 Quadratmetern werden mehr als 2.600 Aussteller der gesamten Buch- und Medienbranche erwartet. Bei Leipzig liest, dem größten Lesefest Europas, treffen sich Erfolgsautoren und junge Literaten, um aktuelle Neuerscheinungen vorzustellen und die eine brennenden Fragen der Zeit zu diskutieren: Wie gelingt ein zwar streitbares, aber friedvolles Miteinander? Antworten darauf suchen unter anderem zwei neue Projekte der Leipziger Buchmesse: ein Schulprojekt zur Frage des gesellschaftlichen Miteinanders sowie die Diskussionsreihe „The Years of Change 1989-1991“.

„Miteinander reden und andere Ansichten kennenlernen, ist die Grundlage einer funktionierenden Demokratie, gerade in bewegten Zeiten“, sagt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „Die Leipziger Buchmesse ist der perfekte Ort dazu. Hier wird diskutiert und gestritten, hier zeigen Neudenker, wie die Welt funktionieren kann, und leisten damit in allen Altersgruppen einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Wir freuen uns auf spannende Buchmessetage.“

Von einer bewegten Geschichte geprägt, verspricht Tschechien, das Gastland der Leipziger Buchmesse 2019, literarisches und politisch spannende Diskussionen. Mehr als 60 Neuerscheinungen wurden für den Auftritt ins Deutsche übersetzt und werden nun in Leipzig präsentiert. „Ahoj Leipzig“ lautet der herzliche Gruß, mit dem unser Nachbarland zum Eintauchen ins Büchermeer einlädt. Unter den Autoren sind renommierte Namen wie Radka Denemarková und Pavel Kohut aber auch junge Literaten wie Jan Novák und Jaroslav Rudiš. Die Leipziger Buchmesse ist der Höhepunkt eines tschechischen Kulturjahres im deutschsprachigen Raum.



Demokratie auf dem Prüfstand: The Years of Change 1989-1991 & Democracy Slam

30 Jahre nach dem gesellschaftlichen Umbruch in den Staaten des ehemaligen Ostblocks beschäftigt sich die Leipziger Buchmesse gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung mit den Folgen dieser Zeit. In einer dreijährig angelegten Reihe diskutieren Experten unter dem Titel „The Years of Change 1989-1991”, welche politischen Gedankenströme daraus entstanden sind, und warum diese zum heutigen Erstarken nationalistischer Strömungen geführt haben. Im Fokus der Gespräche stehen die Orte des Umbruchs: Prag, Budapest, Bukarest, Warschau, Kiew, Riga, Moskau und natürlich auch Leipzig.

Was bedeutet für Jugendliche eigentlich Demokratie? Wie kann man diese gestalten? Antworten auf diese Frage liefert ein neues Schulprojekt für alle Altersklassen und Schulformen, gestaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Leipziger Buchmesse. Im Vorfeld der Leipziger Buchmesse erarbeiten Schüler Texte zu aktuellen Fragen der Zeit. Diese werden schließlich im Rahmen der Buchmesse in einem Slam vorgetragen.

Leipziger Buchmesse als Erlebnisort der Literatur

Die Zahl der Buchkäufer geht kontinuierlich zurück – und das, obwohl Lesen weiterhin äußerst positiv besetzt, mit Entspannung und Erlebnis gleichermaßen verbunden wird, so eine aktuelle Studie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Als Gründe nennt die Studie Medienvielfalt, zunehmenden Zeitdruck und fehlende Orientierung. Für Leser und Verlage gleichermaßen bietet die Leipziger Buchmesse eine Antwort darauf.

Mit Leipzig liest, dem größten Lesefest Europas, haben Literaturfreunde über 3.600 Mal die Möglichkeit, ihren Lieblingsautor zu treffen oder neue Entdeckungen zu machen. Orientierung verspricht dabei das klar strukturierte Themenangebot für Leser, zahlreiche Auszeichnungen sowie die nahe Begegnung mit dem Autor. Für spannende Entdeckungen sorgen die unabhängigen Verlage. Sie finden seit vielen Jahren auf der Leipziger Buchmesse ihre einzigartige Plattform und sorgen bei Besuchern für ganz besondere literarische Leckerbissen.