Der 14. Lange Abend der Galerien in Halle 2018

Wer sich einen Überblick über Halles Galerien verschaffen möchte, für den bietet sich der Lange Abend der Galerien an. Seit über vierzehn Jahren gibt es dieses Event, welches immer am Samstag vor dem ersten Advent stattfindet. Am 1. Dezember 2018 öffnen auch dieses Jahr wieder über 30 hallesche Galerien, Kunsthandlungen, Ateliers und Geschäfte mit angewandter und dekorativer Kunst abends ihre Türen und laden Interessierte ein, Kunst einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Von 17 bis 22 Uhr kann man stöbern, schauen, sich begeistern lassen und natürlich kaufen. Auf dieser besonderen Halle-Tour kann man mit den Künstlern und Kunstschaffenden ins Gespräch kommen. In entspannter Atmosphäre warten viele Teilnehmer mit kleinen Weihnachtsüberraschungen bei Glühwein und Gebäck auf Sie. Der sinnliche Spaziergang in die 14. Runde – und er hält so viel mehr bereit als nur malerische Landschaften.

Hier finden Sie den Flyer:
Vorderseite mit Programm
Rückseite mit allen Adressen und Lageplan



Ein Abend voller Kunst, Künstler und glitzernder Augen

Lange Abende der Wissenschaften oder Museen sind bereits seit einigen Jahren so populär in vielen Städten, dass Shuttlebusse die Interessierten von der einen Station zur anderen fahren. Ganz so geht es beim „Langen Abend der Galerien“ in Halle nicht zu – er ist gemütlicher, ruhiger, privater. Umso besser kann man die ausgestellte Kunst, die handgemachten Stücke und die Atmosphäre genießen.

Der Lange Abend der Galerien lädt immer am Samstag vor dem ersten Advent zu einem Spaziergang durch die Kunstszene Halles ein, der von vorweihnachtlicher Stimmung und dem ersten Glühwein geprägt ist. Herr Steuber, der Inhaber der Galerie Nord und Initiator der ersten zehn Ausgaben des Langen Abends, erzählt, dass der Auslöser vor 14 Jahren sein Wunsch war, die Wahrnehmung der Galerie-Landschaft in der Stadt zu verbessern. Das haben er und seine Kollegen durch die jährliche Wiederholung geschafft, die Zahl der teilnehmenden Galerien steigt stetig an: Im Jahr 2017 waren es 32. Dazu zählen auch offene Werkstätten oder Ateliers. Gezeigte Stücke reichen von Kunsthandwerk, Schmuck und Accessoires über Fotografie, Bildende Kunst und Malerei bis hin zu Mode und Einrichtung. Die Teilnehmer, die ihre Türen immer herzlich und gern öffnen, sich auf Gespräche freuen und auch oft Leckereien anbieten, stellen ein Programm aus Werkschauen, Ausstellungen oder auch musikalischen Darbietungen zusammen.



Wie viele Besucher es tatsächlich gibt, ist nicht ausgezählt. „In unsere Galerie kamen bisher am Abend bis zu 200 Gäste, wobei man davon ausgehen kann, dass nicht jeder jede Galerie besucht und die Gesamtbesucherzahl weit darüber liegen dürfte“, so Herr Steuber. In Stoßzeiten sind die Galerien kuschelig voll, zu anderen kann man sich alleine im Ausstellungsraum wähnen. Beides hat seine Vor- und Nachteile, beides liegt dem Galeristen am Herzen. In der Stadt sieht man vereinzelt Passanten mit dem Flyer und Lageplan der Veranstaltung umhergehen – umso schöner, wenn man sich gegenüber der Präsentationstische der Kunststücke wiedersieht und ein Lächeln zuwirft.

Das Entspannende am Langen Abend der Galerien ist, dass man sich die Zeit nimmt, schöne Dinge zu betrachten. Innezuhalten. In den Lichtern der Galerien zu versinken und sich von der Vielfalt der Ausstellungsstücke überraschen zu lassen. Der Inhaber der Galerie Nord schwärmt: „Der Lange Abend der Galerien' ist eine aktuelle Momentaufnahme der hallischen Galerie-Szene. Diese änderte sich von Jahr zu Jahr, nicht drastisch, aber signifikant.“ Vergangenes Jahr noch Statementkunst und die eine oder andere Kunstrichtung als vorherrschend bemerkt, sieht es im nächsten Jahr schon ganz anders aus. Die Szene erfindet sich immer wieder neu und ist es wert, ihr aufgeschlossen zu begegnen. Denn sie ist nach Steuber ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in der Stadt.

Die Stadt, die die Burg ihr Zuhause nennt, wo Studierende sich kreativ ausleben können, eine neue Generation Läden eröffnet und Kunst im Straßenbild zu sehen ist. Man muss nur die Augen öffnen und die Kleinigkeiten erkennen, die Halle individuell machen. Dazu gehört eben auch der Lange Abend der Galerien. Den gibt es nämlich so nur in der Händelstadt. Fragt man Herrn Steuber, warum man die Veranstaltung besuchen sollte, ist das für ihn ganz klar: „Vor allem, um sich in konzentrierter Form verschiedene Positionen der in den Galerien vertretenen Künstler anzusehen, über diese zu diskutieren und vielleicht auch die eine oder andere Arbeit zu erwerben". Immer kurz vor Weihnachten ist das doch mindestens eine Überlegung wert.