Wir machen Off

Am 26. April öff net die freie Spielstätte in der ehemaligen Theatrale. Der Saal wird betrieben vom freien Spielstätten e.V. In dem Verein sind viele Akteure der freien Szene vereint. Oliver Rank stellt sich den knallharten Fragen von Kulturfalter.

Lieber Oli, was ist der freie Spielstätten e.V.?

Der Verein freie Spielstätten e.V. ist ein Zusammenschluss aus mehreren Theatervereinen und Theaterschaff enden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, eine Bühne zu fi nden, auf der man relativ unkompliziert spielen kann. Letztlich ist der Verein ein Resultat der Schließung des Theaters Mandroschke. Dort konnte man als freies Theater spielen. Mit der Schließung vor drei Jahren brach dieses Angebot weg.

Wer von den Theaterschaff enden hat sich da zusammengefunden?

Bisher dabei sind das Theater Apron, der Kaltstart e.V., die Schaustelle, Theater Varomodi, Spielmitte e.V., aber auch Gruppen wie die Stabile Seitenlage, Hörspiel auf Verlangen, Schoko mit Gurke und Einzelakteure wie Julia Raab, Jonas Schütte, Katrin Schinköth-Haase und vielleicht bald auch die Kulturreederei. Im Großen und Ganzen sind es die Akteure, die früher das Mandroschke bespielt haben.



Es gab zwischendurch Bestrebungen, in die Goldene Rose zu ziehen. Warum dann jetzt die freie Spielstätte in der ehemaligen Theatrale?

Es gab Pläne, in den Keller der Goldenen Rose zu ziehen. Allerdings gab es dort bauliche Beschränkungen und auch aktuell geplante Baumaßnahmen, die einen zeitnahen Einzug verhinderten. Wir wollten aber nach drei Jahren Stillstand endlich wieder loslegen und können jetzt in der neuen freien Spielstätte auftreten. Wir haben alle bisher die Theatrale unregelmäßig genutzt. Daher bestanden schon Kontakte zum Besitzer, der Firma Papenburg. Schließlich konnten wir sie mit unserem Konzept überzeugen und können jetzt den Saal durchgängig bespielen. Nach Jahren der Lethargie herrscht gerade Aufbruchstimmung unter den Theaterleuten, und alle freuen sich, dass es bald losgeht. Es wird nicht nur geredet, sondern angepackt, gemalter und es passiert etwas. Das hat gerade einen schönen Drive, der viele Akteure mitreißt.

Du erwähntest die Aufbruchstimmung und, dass jetzt angepackt wird. Wird es bauliche Veränderungen geben?

Direkt gebaut wird nicht, aber es wird in einigen Bereichen neue Farbe aufgebracht. Das Bühnenkonzept haben wir verändert, sprich, es wird ebenerdig gespielt. Im Eingangsbereich wird es wieder einen Karten- und Getränkeverkauf geben – solche Sachen eben.

Im Gebäude befindet sich auch noch der Welcome Treff – ein offener Ort für Geflüchetet und Engagierte. Bleibt dieser erhalten?

Der Welcome Treff ist unabhängig von uns. Wir nutzen deren sanitäre Anlagen mit, und es gibt bereits Überlegungen, was man vielleicht auch gemeinsam machen kann. Wir sehen den Welcome Treff als Chance, sich gegenseitig zu ergänzen. Es gibt auch Überlegungen, zur Eröff nung etwas zusammen zu machen, aber das ist noch zu frisch.



Wie langfristig ist das Projekt „freie Spielstätte“?

Jetzt gerade können wir nur über dieses Jahr reden. Wir sind abhängig von Fördergeldern, sprich wir können erst weiter planen, wenn wir die nächsten Förderzusagen haben. Wir sind prinzipiell daran interessiert, möglichst langfristig dort zu bleiben, deswegen stecken wir viel Energie in das Projekt.

Wie sieht das Programm bisher aus?

Das ist kunterbunt gemischt. Die Bandbreite der Vereinsmitglieder stellt sich schon dar. Die Improtheatergruppe Stabile Seitenlage zeigt eine Improtheater- Langform, die bis Ende des Jahres einmal monatlich gespielt wird. Das Theater Apron zeigt das Sommertheater aus dem letzten Jahr. Das Theater Kaltstart, Schoko mit Gurke ist dabei, Katrin Schinköth-Haase spielt ein Solostück, ebenso wie Jonas Schütte. Der Kaltstart e.V. sowie Spielmitte e.V. zeigen Stücke von, mit und für Kinder und Jugendliche. Auf unserer Website und sicher auch auf Kulturfalter.de fi ndet man alle Termine und Infos.

Wie sieht deine Zukunftsvision für die freie Spielstätte aus?

Die beinhaltet auf jeden Fall einen gut gefüllten und abwechslungsreichen Spielplan, der die Hallenser erfreut und anspricht. Außerdem wünsche ich mir tollen Austausch mit den Kollegen vor Ort und jede Menge Zuschauer. Das ist eine schöne Vision, die auch realistisch ist.

Lieber Oli, vielen Dank für das Interview und toi, toi, toi für die große Eröffnung am 26.April.