Freie Spielstätte in Halle. Aus der Traum? Oder nicht?

Nach fast einem Jahr schließt der einzige feste Ort für das freie Theater, die Freie Spielstätte, wieder. Doch wie geht es weiter? Kulturfalter-Redakteur Martin Große sprach erneut mit Oliver Rank, Vorstandsmitglied des Freien Spielstätten Halle e. V., über fast ein Jahr Spielstätte und die Zukunft. Das Interview zur Eröffnung der Freien Spielstätte lesen Sie hier.

Kulturfalter: Lieber Oliver, fast ein Jahr gab es die Freie Spielstätte. Wie lief es? Was ist das Fazit?
Die Zeit in der freien Spielstätte war richtig gut. Wir hatten fast 140 Vorstellungen inklusive 14 bis 16 Premieren. Das hat für uns auf jeden Fall den Bedarf eines festen Hauses bestätigt. Auch sind in der kurzen Zeit erstaunlich viele Kooperationen entstanden. Wir waren Spiel- und Probenort für das Schülertheater der Länder, die Heinrich-Böll-Stiftung war Gast und es gab Verknüpfungen mit dem schon im Haus vorhandenen Welcome Treff . Die tolle Zeit hat uns unsere Stärken bestätigt. Wir sind freie Theater mit vielen Facetten. Das Programm umfasste unter Anderem Tanz- und Kinder-, klassisches Sprechtheater,  Improvisation und Hörspiel.

 



Welche Erkenntnisse konntet ihr für eure Arbeit gewinnen?
Am Anfang hatten wir Angst, dass wir uns um die Termine streiten. Das ist aber zum Glück nie passiert. Der Spielplan hat sich immer irgendwie ergeben, wie er ist. Es lief alles Hand in Hand. Es war neu für uns als Verein ein ganzes Haus zu betreiben. Da haben wir viel im Bereich Organisation gelernt. Grundsätzlich sind wir sehr fl exibel und bei manchen Sachen hat alles gleich geklappt. Bei anderen Dingen haben wir uns an den Kopf gefasst und gefragt, wie wir so einen Quatsch machen können. Aber da muss man reagieren und lernen. Es war ein Jahr voller AHA-Effekte.

Was war für dich am schönsten?
Ich bin für die Koordination zuständig und ich war jeden Monat baff über die Vielfalt im Programm. Und tatsächlich fand ich die Eröff nung „Wir machen OFF“ am schönsten. So geballt zu sehen wie viele wir sind und alle auf einer Bühne zu erleben. Das war ein Gänsehautmoment.



Wie geht es denn jetzt weiter?
Wir haben erst kurz vor dem 30. September erfahren, dass wir nicht dort bleiben können. Das Datum ist ein wichtiger Stichtag für Fördermittelanträge. Also mussten wir schnell reagieren. Wir stehen schon länger in Kontakt mit der Goldenen Rose und sind mit Stephan Schirrmeister von der Rose auf die Idee gekommen dort unter das Dach zu ziehen. Die Goldene Rose wird energetisch saniert. Sowie das Dach fertig ist, können wir dort in einem Saal von der Größe des ehemaligen Theater Mandroschkes auftreten. Wenn es klappt, ist das vielleicht der letzte Umzug der freien Theater. Denn hinter der Goldenen Rose ist ein Anbau geplant, der einen Theatersaal enthalten soll. Und vielleicht ist der dann Heimat für uns und neue freie Spielstätte

Gibt es eine Abschiedsparty?
Das wird das Krippenspiel werden. Da stehen wir alle zusammen auf der Bühne. Und im Anschluss wird gefeiert und getanzt. Der Umzug wird auch im Krippenspiel vorkommen. Bietet sich ja an …

Lieber Oliver, vielen Dank für das Gespräch.