"Wie in einer Künstlerkommune"

Damit hätte keiner gerechnet, außer vielleicht Stefan Raab selber, der die Dessauer Band unter den Top Five gesehen hat, wie er danach zugab. Beim Bundesvisions Song Contest am 14. Februar 2008 sang sich Down Below aus Sachsen Anhalt auf Platz 3. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbes trat wirklich eine Band aus Sachsen-Anhalt für Sachsen-Anhalt an. Und siehe da: Der Fanblock war der lauteste im ganzen Saal und Down Below sang sich in die Herzen der Fans aus ganz Deutschland. Anschließend wurde noch mit Clueso und den Gewinnern von Subway to Sally fleißig gefeiert. Kulturfalter sprach vorab mit Matthias Barwig alias Neo Scope, dem Sänger von Down Below.

Kulturfalter: Wie kommt man als reale und nicht gecastete Band zu Stefan Raab?

Matthias Barwig: Wir haben seit November 2006 einen Plattenvertrag bei Universal und die Firma hat uns gefragt, ob wir Lust darauf haben und dann haben sie unser Zeug zu Stefan Raab geschickt und er wollte uns haben.  

Ihr habt als erste Band beim Contest eure Wurzeln wirklich in Sachsen-Anhalt. Gibt es Reaktionen aus eurem Umfeld?

Ja, wir kommen aus Köthen, Dessau und Rosslau. Und unsere Fans kommen mit einem Bus, den die Stadt Dessau sponsert, und wir wissen von zahlreichen Fahrgemeinschaften. Die freuen sich alle riesig.  

Wie lange gibt es euch schon?

In der jetzigen Besetzung gibt es uns seit 2005, aber wir kennen uns seit 2002. Kennengelernt haben wir uns alle im Studio. Anfangs waren wir sieben Leute in zwei Bands und waren gemeinsam auf Tour. Dann kam die Idee auf, etwas mit einem Konzept zu machen in Richtung Ägypten und Freimaurer. So entstand unsere erste Platte „Silent Wings“. Schließlich blieben wir vier (Neo Scope, Carter, Convex und Mr. Mahony) übrig, weil die anderen lieber in Richtung Metal gehen wollten.  

Was habt ihr euch für euren Auftritt vorgenommen?

Naja, das ist natürlich ein Hochglanzformat, wo neben der Musik auch 'ne Show geboten werden muss. Wir haben im letzten Jahr beim Marquise de Sade in Vockerode mitgemacht und kennen den Choreografen Gregor Seyfert und seine Compagnie aus Dessau ganz gut und werden mit einem Ballett zusammen eine geballte künstlerische Show abliefern. Es ist grad wie in einer Künstlerkommune bei uns. Und wir wollen zeigen, dass Sachsen-Anhalt kein Mekka von Faschos und Asozialen ist.

Herr Barwig, vielen Dank für das Gespräch!
(Martin Große, Kulturfalter Febuar 2008)

 

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