Die Tupperware lebt im Kino weiter

"Tupperheldin", Jörids Schön macht einen eigenen Film. (Foto: Promo)

Tupperwarenpartys sind von gestern und die Tupperdose als Spielzeug sicherlich auch, aber ein Film ist doch was ganz Neues! Die „Tupperheldin“, Jördis Schön, will ihre Leidenschaft nicht nur auf Facebook präsentieren, sondern auch im Cinemaxx, im Fernsehen und auf einem Festival. Sie zählt dabei auf die Unterstützung ihrer Fans und der Berliner Produktionsfirma. Neben ihrer Fanseite, www.facebook.com/Tupperheldin,  nutzt sie auch ihren Blog, tupperheldin.wordpress.com, für ihr Vorhaben. In dem Blog finden die Fans den Aufruf, ihre ersten Berührungen mit der Tupperware zu teilen und auf der Facebookseite gibt es eine Umfrage dazu. Junge Leute kamen mit Tupperware als „Naja…. Mamis Konserven“ in Berührung, während die ältere Semester noch „richtig echte klassische Tupperpartys in den 80ern“ erlebten. 

Im Zentrum der Netzaktivitäten steht eine  „Crowdfunding-Aktion“ im Blog. Crowdfunding bedeutet so viel wie „Schwarmfinanzierung", das heißt etwas wird finanziert durch viele kleine Geldbeträge eines „Schwarmes" von Fans. Jördis Schön bittet um Geld, damit der zweite Teil von „Ordnung im System – Tupperberaterinnen in Halle" finanziert werden kann.  Bis zum 22. Oktober 2012 müssen mindestens 1678,50 € auf der Seite http://www.visionbakery.com/vision/453 gespendet worden sein. Wenn das Geld da ist, wird der neue Film „Tupperheldin (Conni)“ gedreht. 

Der zweite Film handelt von einer alten Arbeiterfrau in der DDR, die in der Neuzeit angekommen, mit Hilfe von Tupperware, nach einer Struktur sucht. Sie will endlich eine Gemeinschaft finden, in der sie sich wohlfühlt und eine soziale Heimat in der sie ankommen kann. Die Idee zum Film entstand in der Tupperwaren-Bezirkshandlung Halle: „Dort war so ´ne Atmosphäre, dass ich dachte, hier musst du einen Film drüber machen. Und zwar waren da diese Frauen, die allein an ihrem Aussehen und ihrer Art, wie sie geredet haben klarmachten, dass sie einen großen Teil ihres Lebens in der DDR verbracht haben…da waren diese bunten Tupperdosen…das hat auf den ersten Blick gar nicht zusammengepasst.“. „Über diesen Widerspruch“ wollte Jördis Schöne unbedingt diesen Film drehen.  Der Trailer zu dem Film befindet sich auf der Spendenseite. Sicherlich wird der Zuschauer merken, dass die Frauen in dem Film lange in der DDR gelebt haben, aber auch schon lange in Halle. Die Frauen zeigen ihr jetziges Leben und beschreiben ihre Tupperwelt „ wie so ´ne große Patchworkfamily“. Sie fühlen sich wohl, denn „die Atmosphäre ist so knuffig“.  In Halle leben im Moment 300 Tupperware-Beraterin. 

Jördis Schön ist sich sicher, dass der zweite Film durch Spenden finanziert wird. „Für 3 Euro erhält man einen Kuss per E-Mail. Und für 100 Euro ein „VIP-Film-Dinner“, so die Filmemacherin. Je nach Spende gibt es auch noch andere Leistungen: Buttons, DVDs oder sogar Tupperware-Schlüsselanhänger. 

Den ersten Teil der Reihe konnte Frau Schön über die Kunststiftung Sachsen-Anhalt finanzieren, und sie gewann dafür den Kontakt Nachwuchspreis der Mitteldeutschen Medienförderung. 

Ein Redaktionsmitglied (s.u.) des Kulturfalters wartet schon gespannt auf den Film. Bis er auf Leinwand erscheint, wird in die kleine Tupperdose am Schlüsselbund, reingedrückt, damit es wieder rausploppt. 

(Johanna Sommer, Kulturfalter)