Theaterregisseur Matthias Karosch: Ein Blick hinter die Kulissen

Im August hat der erste Film von Sebastian Fiedler Premiere im Sommerkino des WUK-Theaters. Er heißt: „Inside Sommertheater 20 21 22“. Es ist ein Dokumentarfilm, der hinter die Kulissen des Theaters blickt. Kulturfalter sprach mit dem Wahlhamburger Matthias Karosch, der in seiner Arbeit „Kabale und Liebe“ in diesem Projekt begleitet wurde und dafür erstmals wieder in seine Heimat zurückkehrte.

Kulturfalter: Herr Karosch, sie sind für die Theaterproduktion „Kabale und Liebe“ für eine gewisse Zeit wieder in ihre Heimat zurückgekommen. Was ist das für ein Gefühl wieder hier zu arbeiten?

Karosch: Mit dem Heimatbegriff kann ich nicht so viel anfangen. Es sind Erinnerungen an Orte oder Plätze an denen ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe. Es schwingt also auch etwas Melancholie mit. Aber in erster Linie bin ich voller Energie und Vorfreude, auch hier einmal zu zeigen, was aus mir geworden ist.

Worum geht es in dem Film, Was können sie uns erzählen?

Joachim Wolf, der Intendant hat mich was die Dokumentation meiner Theaterarbeit in Halle betrifft so ziemlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Das Filmteam hat uns begleitet. Ich habe bisher selbst auch nur Ausschnitte gesehen… Was es geworden ist, ist aber in jedem Fall eine Liebeserklärung ans Theater. Ein Blick hinter die Kulissen und auf die Menschen hinter den Masken und unter den Perücken. Ein bietet Einblick in die Entstehung eines Theaterstückes und die Möglichkeit den Schauspielenden auch als Mensch zu entdecken.

Wie entstand die Idee den Film zu machen?

Ursprünglich sollte es nur eine Art Trailer für unsere Sommertheaterproduktion werden. Nun haben die spezielle Situation des Probens und der Ungewissen Zeit unter und trotz der strengen Coronaregeln dazu geführt, dass ein Film in Spielfilmlänge entstanden ist.



Welche Szene hat Sie besonders berührt?

Da bin ich vielleicht der falsche Ansprechpartner… ich bin ja auch nur dokumentierter Teil und war ja mit aller Kraft und Energie in der Probenarbeit an „Kabale und Liebe“ eingebunden. Und ich will ja nicht schon zu viel verraten. Aber ich weiß, dass es sehr intime Blicke, auch in die Gefühlswelt der Schauspielenden gibt… nachdenklich, lustig, spannend.

Was ist das Besondere an einem Dokumentarfilm, den man am Theater dreht?

Film und Theater sind ja nun mal zwei unterschiedliche Sparten. Das eine spielt sich nur im Moment ab und das andere kann dir diesen Moment immer wieder vor Augen führen. Und vermutlich ist es ziemlich schwer Schauspieler, die ja alle auch irgendwie bereits Kameraerfahrung besitzen, dazu zu bringen, authentisch und nicht in irgendwelchen Rollen von sich zu erzählen… Da bleibt mir nur der Respekt gegenüber dem Drehteam um Sebastian (Fiedler, Anm. der Redaktion), die innerhalb kürzester Zeit geschafft haben, eine so vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und auch den Probenprozess nicht zu stören…

Wie haben Sie es geschafft, dass die Theater-Profis zu Privatmenschen wurden oder anders gefragt: Wann haben die Profis die Masken abgelegt?

Wie gesagt, nicht so ganz einfach… Da habe ich keinen Anteil dran. Der Privatmensch ist da, wenn das Vertrauen zur Kamera da ist.



Gab es andere Herausforderungen beim Dreh? Corona? Beziehungsweise bei Ihrer Theaterproduktion?

Wo ist das denn gerade nicht Thema. Ja, tägliches Testen und der Versuch, die Abstände irgendwie einzuhalten und die tägliche Angst: was machen wir eigentlich wenn jemand positiv getestet ist…  Wir hatten Glück und im Laufe der Zeit schob sich dieses Thema gedanklich bei mir immer weiter in den Hintergrund. Joachim hat´s im Film sogar gesagt… über 1000 negative Tests…

Worauf freuen Sie sich bei der Premiere des Films besonders?

Etwas wichtiger wäre mir die Premiere meines „Kabale und Liebe gewesen“, aber… naja, das ist aber ein anderes Thema. Ich freue mich definitiv auf meinen Urlaub. Ich werde nämlich bei der Premiere des Filmes selbst nicht anwesend sein. Ich gönne mir eine kleine Auszeit. Aber ich werde an diesem Abend gut essen gehen… ganz alleine ... bzw. nur mit Kerstin.

Haben sie schon ein neues Projekt?

Ich habe den Plan ein Computerspiel für das Theater zu inszenieren. Mir wurde erzählt, dass dies hier in Halle schon einmal grandios verwirklicht wurde und diese Idee hat mich irgendwie inspiriert. Aber: Zukunftsmusik.