opernhaus bei nacht, (Foto: © Thomas Ziegler)

La traviata

Verdis *La traviata* basiert auf dem 1848 erschienen Roman *La dames aux camélias* von Alexandre Dumas (d.J.). Eine Adaption für das Theater, in der später auch Sarah Bernhardt in der Titelrolle weltweit Erfolge feierte, war ein glamouröser Publikumserfolg – Verdi jedoch erregte mit der Oper zunächst Kritik statt Begeisterung. Eine Prostituierte als leidende, sich opfernde Heldin und Hauptfigur einer Oper – das rief sogar Zensurversuche auf den Plan – Überschneidungen mit der Realität des Opernpublikums wollte man sich lieber nicht eingestehen.

Die Oper erzählt vom Leben und Sterben Violetta Valérys, einer Pariser Kurtisane, die es zu einiger Berühmtheit gebracht hat und im öffentlichen Leben der Stadt nicht wegzudenken ist. Zur Feier ihrer Genesung von der Tuberkulose wird ein großes Fest gegeben, auf dem sie jedoch einen Schwächeanfall erleidet. Dort lernt sie Alfredo Germont kennen, der in tiefe Zuneigung zu ihr verfällt. Zunächst ist Violetta distanziert, erlebt dann jedoch etwas, was in der Oper als ihre erste und tiefe Erfahrung einer großen Liebe beschrieben wird. Gemeinsam wenden sich die beiden Figuren vom Leben in der Stadt und damit auch von Violettas Beruf ab und ziehen sich in die ländliche Idylle zurück. Doch als Alfredo, von eigenen Erwartungen an seine Rolle als männlicher Beschützer und Ernährer geplagt, zeitweilig für Geschäfte in die Stadt zurückkehrt, wird Violetta von dessen Vater Giorgio Germont besucht und dazu überredet, die Beziehung zu Alfredo zu beenden – der Ruf der Familie und damit deren ökonomisch-gesellschaftliche Stellung stünde auf dem Spiel. Da Violetta Alfredo die Gründe für ihre Rückkehr nach Paris und in die Prostitution verheimlicht, kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung: Auf einem Ball demütigt Alfredo Violetta öffentlich und bewirft sie mit Geld. Als die Hintergründe ans Licht kommen, ist es für eine Versöhnung zu spät: Violetta Valéry wird dramatisch von ihrer Tuberkuloseerkrankung dahin gerafft.

*La traviata*, zu Deutsch „Die vom Wege Abgekommene“ ist eine Oper, in der sich die für die Frauenrollen dieser Zeit typischen Ambivalenzen zwischen Selbstopferung und Autonomie exemplarisch zeigen. Sie ist in Musik und Aufbau der Oper aber auch eine Passionsgeschichte von Krankheit, Tod und der kraftvollen Behauptung im Leben. Diese Kraft jener Frauen, die am Rande der Gesellschaft zu einer männliche Sehnsüchte entfachenden Projektionsfläche werden und dabei immer ökonomisch gefährdet und ohne wirklichen Platz bleiben, greift die Inszenierung von Julia Lwowski an der Oper Halle auf. Die Regisseurin der jüngeren Generation hat sich mit politischen und Sehgewohnheiten aufsprengenden Inszenierungen einen Namen machen können. Bedingt durch die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie wird Verdis berühmteste Oper in einer kammermusikalischen Bearbeitung in der musikalischen Leitung von José Miguel Esandi ohne Pause zu sehen sein.

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