Bild aus der Ausstellung im Händelhaus, (Foto: © Thomas Ziegler)

Jahresausstellung: Meine Seele sieht im Hören – Händels Opern, Oskar Hagen und die Bildkraft der Musik

Die aktuelle Ausstellung „Meine Seele sieht im Hören – Händels Opern, Oskar Hagen und die Bildkraft der Musik“ beschäftigt sich mit dem Beginn der Rezeption Händels in der Neuzeit. Deswegen ist das Jahr 2020 für Händel-Freunde ein Jubiläumsjahr, das in Halle und Göttingen gleichermaßen gefeiert wird. Nachdem Händels Opernschaffen fast 180 Jahre lang in den Musiktheatern in Vergessenheit geraten war, wagte 1920 der Kunsthistoriker, Dirigent und Musikwissenschaftler Oskar Hagen (1888–1957) in Göttingen gemeinsam mit einem Laienorchester das Experiment einer szenischen Auff ührung der Händel-Oper „Rodelinda“ – und stieß auf ein begeistertes Publikum. Die Wurzeln für Hagens Händel-Faszination, um die es im ersten Teil der Ausstellung geht, führen nach Halle, wo er von 1913 bis 1918 tätig war. Dort lernte er Händels Musik in Seminaren bei Hermann Abert kennen und begeisterte sich seit dieser Zeit für die Idee einer Wiederauff ührung der Opern Händels. Für die Göttinger Inszenierung konnte er Paul Thiersch gewinnen, Leiter der Kunstgewerbeschule Halle, einem Vorläufer der Kunstschule Burg Giebichenstein, der die expressionistische Ausstattung schuf. Neben der Musik war es vor allem die Kunstgeschichte, die Hagen interessierte. Bei der Beschreibung von Kunstwerken verwendet er immer wieder musikalische Begriffe. Dass er dabei kulturelle Phänomene aus einer verstärkt nationalen Perspektive betrachtet, erschwert heute die Rezeption seiner Werke.

Dem regen Vergleich und Austausch zwischen Musik und bildender Kunst ist der zweite Teil der Ausstellung gewidmet. Theoretische Abhandlungen des 18. Jahrhunderts führen zurück zum Musikpraktiker Georg Friedrich Händel. Dieser selbst war ein Kunstkenner und Sammler. In seinen Kompositionen gelang es ihm, ganz im Sinne barocker Nachahmungsästhetik und Affektenlehre, wie kaum einem anderen Komponisten seiner Zeit sowohl Naturbilder als auch innere emotionale Leidenschaft in Musik zu gießen. Historische Bühnenbilder und Grafiken, eindrucksvolle Gemälde und Notendrucke, originale Musikinstrumente und natürlich reichlich erklingende Musik geben Anregungen zu einem Thema, das die Künste und die Sinne verschmelzen lässt.

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Händel-Haus, Große Nikolaistraße 5, Tel. 0345/ 500 90 103 www.haendelhaus.de

31.10.2020 bis 10.01.2021

jeweils
Sa. : 10.00 bis 17.00 Uhr
So. : 10.00 bis 17.00 Uhr

Di. : 10.00 bis 17.00 Uhr
Mi. : 10.00 bis 17.00 Uhr
Do. : 10.00 bis 17.00 Uhr
Fr. : 10.00 bis 17.00 Uhr

  • Tickets: 7 €

Stiftung Händel-Haus

0345 / 500 90 12 5
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