Wie Fotoateliers am Stadtbild mitbauen

Eine Stadt erzählt sich nicht nur über Plätze, Theater und Museen. Auch an ihren Bildorten, wo Bilder entstehen, prägen sich eine Stadt und ihre Bewohner, wie sie nach außen wirken und wie sie sich selbst sehen. Fotoateliers sind gern unterschätzte Bausteine lebendiger Kulturszenen, sind weit mehr als Dienstleister für Porträts oder Bewerbungsfotos.
Vom Handwerk zur Kulturinstitution
Fotografie als Handwerk hat in vielen Städten eine lange Tradition. Im 19. Jahrhundert entstanden erste Ateliers, in denen sich Bürgerinnen und Bürger ablichten ließen, oft für immer als einziges Bilddokument ihres Lebens. Diese Tradition hat sich gewandelt, ist aber nicht verschwunden. So verbinden heute viele Ateliers technischen Anspruch mit künstlerischem Können und sind damit feste Bestandteile der lokalen Kulturlandschaft geworden.
Ein Atelier ist dabei selten nur ein Arbeitsraum. Manchmal fungiert es als ein kleines Schaufenster, als ein Terminhof für Kreative und hin und wieder auch als eine Bühne für Konzeptarbeiten, die über rein konventionelle Auftragsfotografie hinausgehen.
Fotografie als Abbild der Stadtgesellschaft
Porträtfotografie zeigt nicht nur Einzelne, in der Masse ergibt sich ein Bild davon, wer in dieser Stadt wohnt, welche Berufe, welche Generationen, welche Lebensentwürfe in ihr Raum finden. Wenn Ateliers über Jahre Porträts sammeln und archivieren, bauen sie unbewusst ein Gedächtnis auf, das später kulturhistorisch wertvoll werden kann. Stadtmuseen und Archive bedienen sich regelmäßig solcher Sammlungen, wenn sie ihre Ausstellungen zur Stadtgeschichte konzipieren.
Diese Funktion des kulturellen Gedächtnisses verbindet Fotoateliers mit anderen Orten künstlerischen Arbeitens, mit Theatern, Galerien oder Musikbühnen. Im Unterschied zu einem einmaligen Konzert oder einer befristeten Ausstellung existiert ein Atelier permanent.
Das ist auch im internationalen Rahmen zu beobachten. Durch Orte wie das Fotoatelier Wien haben sich auch solche Orte etabliert, an denen künstlerische Porträtfotografie mit konzeptueller Arbeit verbunden wird und wo demonstriert wird, wie ein einzelnes Atelier jenseits des klassischen Auftrags zur Identität der Stadt beiträgt. Solche Häuser zeigen, dass Fotografie und Stadtkultur sich gegenseitig befruchten.
Ausstellungen, Kooperationen und der Blick nach außen
Viele Ateliers suchen heute gezielt die Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen. Sie hängen die Arbeiten in den Foyers von Theatern aus, sie machen bei Stadtfesten mit Porträtaktionen mit oder sie dokumentieren im Auftrag der Veranstalter Festivals und Ausstellungen. Ob Handel-Festspiele oder Ausstellungen an der Burg Giebichenstein, ob Stadtfeste, all diese Ereignisse liefern Bilder, die einmal zum kollektiven Gedächtnis einer Stadt werden.
Technische Anforderungen als Qualitätsmerkmal
Wer für Porträts oder Event-Fotografie einen Profi buchen will, sollte auf Folgendes achten: Die Farbkalibrierung der eingesetzten Kameras und Monitore muss gleich sein, die Auflösung für Druckprodukte mindestens 300 dpi betragen, und es muss ein nachvollziehbares Lizenzmodell für die Bildnutzung bestehen. Seriöse Ateliers geben auch an, wie lange sie Rohdaten speichern und wie viel Nachbearbeitung im Preis enthalten ist.
Diese Anforderungen sind es, die die professionelle Arbeit von den Gelegenheitsknipsereien mit dem Smartphone unterscheiden. Gerade bei kulturellen Großereignissen, die oft nur einmal stattfinden, wird man aber mit der Investition in technisch saubere Dokumentation auf die Dauer gut fahren. Bilder, die heute entstehen, können in zehn oder zwanzig Jahren vielleicht schon als historische Abbildung in einer Ausstellung oder Publikation nachgefragt werden.

