Musik in Theater und Tanz

Via Negativa / Bojan Jablanovec,
Ljubljana: „Deveta“ („Die Neunte“), Foto: Carolyn Eppers

Die euro-scene Leipzig, Festival zeitgenössischen Theaters und Tanzes, zeigt vom 6. bis 11. November 2018 elf Gastspiele aus sieben Ländern in 20 Vorstellungen und acht Spielstätten. Das Spektrum umfasst Tanz- und Sprechtheater, Musiktheater, Performances und ein Stück für Kinder. Unter dem Motto „Bühnen – Klang – Welten“ widmet sich das Festival in seiner 28. Ausgabe der Vielfalt von Musik in Theater und Tanz zwischen Live-Musik, Klang, Geräusch, Text und Stille.



Der bekannte Choreograf und Regisseur Alain Platel aus Belgien wird mit seinem neuesten Stück „Requiem pour L.“ („Requiem für L.“) die diesjährige euro-scene Leipzig im Schauspielhaus eröffnen. Das szenische Konzert verbindet das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart mit afrikanischer Musik und widmet sich dem Thema des Todes in unterschiedlichen Kulturen. Mit der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven kommt ein weiteres klassisches Werk zu Gehör: In der Performance „Deveta“ („Die Neunte“) stellt Bojan Jablanovec aus Ljubljana mit seiner Compagnie Via Negativa Fragen nach Macht und Missbrauch von Musik.

Puppenbauer, Puppenspieler, Regisseur und Darsteller Nikolaus Habjan aus Wien ist – nach seiner begeistert aufgenommenen Werkschau 2016 – erneut zu Gast in Leipzig: Am Schauspielhaus Graz inszenierte er das Stück „Böhm“, das sich Karl Böhm, einem der wichtigsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts und gleichzeitig Diener des Naziregimes, widmet. Nikolaus Habjan spielt das große Solo gemeinsam mit zahlreichen Puppen. Hinzu kommt sein humorvolles Kunstpfeifkonzert „Ich pfeife auf die Oper“ mit Arien aus Opern und Operetten, in dem er die barocke Kunst des Kunstpfeifens virtuos neu belebt.

Der Tanz ist üppig vertreten: Nono Battesti, Brüssel, mischt mitreißende Tanzduette mit Jazzsongs, Gianfranco Celestino & Annalisa Derossi, Luxemburg, zeigen sich sowohl als Tänzer als auch als Pianisten, und Ferenc Fehér aus Budapest gastiert mit einem suggestiven Tanzstück.



Zwei Gastspiele aus Frankreich runden das Festivalprogramm ab: Das zauberhafte Kinderstück „Une histoire de la musique“ („Eine Musikgeschichte“) der Compagnie zOrozora aus Grenoble führt mit drei Musiker-Darstellern quer durch die Jahrhunderte. Und der Choreograf Pierre Rigal aus Toulouse zeigt sein Tanzstück „Scandale“ („Stolperfallen“) mit temporeichen Hip-Hop-Elementen als Festivalabschluss.

Die euro-scene Leipzig wird durch die Stadt Leipzig als stärkstem Partner finanziert. Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen hat in diesem Jahr ihre Unterstützung gekürzt – bei der großen Anerkennung des Festivals im In- und Ausland und dessen fortwährender großer Auslastung (im vergangenen Jahr 99,2 %) ein unerklärlicher Vorgang. Als Folge mussten zwei Gastspiele gestrichen und das Rahmenprogramm gekürzt werden. Es ist zu hoffen, dass dies ein einmaliger Vorgang bleibt.