mit-dem-ruecken-zur-welt, (Foto: © Anna Kolata)

Mit dem Rücken zur Welt

Der romantische Maler mit dem schweren Gemüt ist einer der Lieblingsmaler der Deutschen, lange vergessen, später wiederentdeckt. Seine abgewandten Gestalten vor ausgedachten Landschaften, die sämtlich bei zugezogenen Vorhängen entworfen wurden, thematisieren zum ersten Mal die Leute als Zuschauer. Sie schauen in Eiswüsten und von Kreidefelsen aufs Meer. Zuschauen – nicht handeln? Das soll die ganze Freiheit sein, die sich die Bürger erträumten? Florian Illies hat einen Bestseller über ihn geschrieben, und die Ausstellungen seiner verstreuten Bilder sind Publikumsmagneten und Dauerbrenner der Saison. In Christoph Werners Stück hält eine Kunstwissenschaftlerin einen Festvortrag – und glaubt unter den Zuhörern Caspar David Friedrich zu erblicken: ihn, der sich jeder Deutung entzieht, der vor jedem Abbild auf der Flucht zu sein scheint. Der Eigensinnige öffnet plötzlich Türen und führt seine Nachgängerin durch seine Bilder und Stationen seines Lebens bis in die eigenen Träume als glücklicher Doppelgänger eines entschwundenen Bruders.

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