Die Verwandlung, (Foto: © Falk Wenzel)

Die Verwandlung

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Franz Kafkas Erzählung »Die Verwandlung« beginnt mit der unabänderlichen Katastrophe. Die große Frage nach dem »Warum« bleibt unbeantwortet, und nur bruchstückhaft erhalten wir Indizien dafür, was ausschlaggebend für die Metamorphose des Handelsreisenden Gregor Samsa gewesen sein könnte. Wir finden uns wieder in Gregors akribisch beschriebenem Gedankenkarussell aus Pflicht, Zwang und Konvention, einer mit chirurgischer Präzision geführten Abhandlung über Verantwortung, Schuld und Scham und der unumkehrbaren Abwendung davon. Wir begegnen dem Fremden, dem Ent-Fremdeten (sich selbst, der Aufgabe, der Familie, der Welt): einem, der nicht (mehr) passt, der an ihn gestellte Erwartungen nicht mehr erfüllt. Vielleicht ja auch einem, der sich selbst ermächtigt. Und vielleicht auch einer Familie, bei der die Frage aufkommen kann, wer hier eigentlich als »parasitär« gelesen werden kann, und die sich ebenfalls zur Selbstermächtigung gezwungen sieht. Am Ende bleibt die Frage, ob mit dem Tod des Käfers auch Gregor stirbt oder ob es sich bei der »Verwandlung« nicht vielmehr um eine Betrachtung von Alptraum und Befreiung handelt. Claudia Luise Bose

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