Das hässliche junge Entlein

In einer maroden halleschen Naturbadeanstalt sitzt der kleine Christian traurig am Wasser und betrachtet sein Spiegelbild. Er fühlt sich allein. Die Kinder sagen, er sei hässlich und arm. Der kleine Außenseiter weiß, dass sie Recht haben. Nicht nur, dass er nicht so hübsch ist wie seine Klassenkameraden oder dass seine Eltern nicht so viel Geld verdienen wie die meisten Eltern. Wie groß sein »Anders-Sein« tatsächlich ist, behält er aus Angst vor noch mehr Ablehnung für sich. Aber er weiß nicht, wie lange er es noch aushalten kann, so allein mit sich in der Welt zu sein. Schon lange hat er keine Freude mehr im Herzen und es fehlt ihm inzwischen der Lebensmut. Er wird von drei besonderen Gestalten beobachtet: dem Bademeister, seiner Frau und dem Kiosk-Besitzer. Die drei heiteren Senior*innen verbringen ihren Lebensabend an diesem melancholischen Ort. Jeder von ihnen weiß selbst sehr genau, was es bedeutet, sich fremd in der Welt zu fühlen.

Entschlossen, dem kleinen Christian Mut zu machen, an sich selbst zu glauben und seine Träume wahr werden zu lassen, nehmen sie sich seiner an. Sie erzählen ihm die wunderbare Geschichte vom hässlichen jungen Entlein, geschrieben von dem zu Lebzeiten ebenso sonderbaren Zeitgenossen Hans Christian Andersen. Diese heilsame Geschichte eines Geschöpfes, das in eine ihm wesensfremde Umgebung geboren wurde und nach langem Leidensweg schließlich sich selbst findet, wird auch Christian helfen, sich selbst so annehmen zu können wie er ist.

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