Kulturfalter Halle (Saale)

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TITELTHEMA IM MÄRZ 2010 - LEIPZIGER BUCHMESSE

Lesen und gelesen werden

Ab dem 18. März heißt es in Leipzig wieder: Eintauchen in die faszinierende Welt der Literatur. Vier Tage lang öffnet die Leipziger Buchmesse ihre Pforten für kleine und große Lesefans und die, die es noch werden wollen. Auf über 65.000 Quadratmeter warten auf die Besuchern ca. 2100 Aussteller mit ihren Werken. Die Buchmesse hält in diesem Jahr auch einen neuen Ausstellerbereich bereit: Auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern präsentieren sich etwa 20 Musikverlage – darunter klangvolle Namen wie Edition Peters oder Breitkopf &
Härtel. Ansprechen soll der neue Messebereich sowohl Fachbesucher als auch das allgemeine Publikum. Natürlich findet sich auch Altbewährtes auf der Buchmesse wieder. Der Bereich Kinder und Jugendliteratur lockt mit über 400 Aktionen und mit über 100 Ausstellern sowie allen ARD-Rundfunkanstalten bildet der Hörbuchbereich ebenfalls einen Schwerpunkt bei der Leipziger Buchmesse. Auch im Bereich Hörbuch hat sich Prominenz angekündigt: erwartet werden unter anderem Ben Becker und Günther Grass.

Neben der Messe erwacht auch die Stadt wieder zum Lesen. Das große Lesefest „Leipzig liest“ verwandelt ganz Leipzig in eine einzige Lesebühne und bringt die Literatur an die ungewöhnlichsten Orte. Neu hinzugekommen ist die große Autorenbuchhandlung, in der Lesebegeisterte die aktuellsten Bücher signiert von ihren Lieblingen erstehen können. Auch für eine große Anzahl hallescher Verlage ist die Buchmesse ein wichtiger Ort, um das eigene Repertoire dem Kenner vom Fach und dem Publikum zu zeigen.

Wer sich gezielt auf die Suche nach „hallescher Literatur“ begeben möchte, der sollte die Augen aufmachen und nach den Ständen folgender Verlage schauen: Edition Menschhausen, Hallescher Verlag, Hasenverlag GmbH, Kunstverein Talstraße e.V., die Martin-Luther-Universität, der Mitteldeutsche Verlag, Monarda, Projekte-Verlag, Stadtmarketing Halle/Saale GmbH, Verlag Janos Stekovics und der Verlag. Außerdem wird MDR Sputnik mit der Litpop, der Party zur Buchmesse, ebenfalls mit vor Ort sein. Um das Programm aller genannten vorzustellen, reicht der Platz an dieser Stelle leider nicht. Aber wir sprachen mit der Stadtmarketing GmbH und mit Janos Stekovics über ihre Erwartungen zur Buchmesse.

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SPUTNIK LITPOP AM 20.3. AB 19 UHR IN LEIPZIG

Die Party zur Leipziger Buchmesse

Bevor die Leipziger Buchmesse ihre Pforten schließt wird auch dieses Jahr  wieder eine Nacht lang kräftig gefeiert, getanzt und gelesen. Bereits zum dritten Mal veranstaltet MDR Sputnik im Neuen Rathaus zu Leipzig die Sputnik
Litpop. Kein Wunder feierten doch letztes Jahr über 2.000 Gäste im Rathaus. Los geht’s 19 Uhr. Wir verlosen Karten!

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Entspannung mit viel Kaffee und keiner Pause

Mit einer ungewöhnlichen und charmanten Idee präsentiert sich die Stadt Halle auf der Leipziger Buchmesse. Erstmals in diesem Jahr wird es auf der großen Leseschau eine „hallesaale-Lounge“ geben. Doch was macht eine Stadt auf einer Buchmesse, fragten wir uns und in folge dessen sprachen wir mit Tristan Preuk (Foto links), Leiter Marketing, bei der Stadtmarketing Halle GmbH.

Kulturfalter: Herr Preuk, Wie sind Sie auf die Idee gekommen Halle auf
der Buchmesse vorzustellen?

Tristan Preuk: Die Idee entstand aus dem Grundansatz heraus, das wir überregional an Kultur interessierte Touristen ansprechen möchten und ihnen Halle vorstellen wollen. Laut einer Besucheruntersuchung reist der durchschnittliche Buchmessebesucher aus einem Radius von 200 Kilometern zur Messe an und er ist auf jeden Fall am Lesen interessiert und man unterstellt ihm dadurch eine gewisse Kulturaffinität. Diese Menschen wollen wir ansprechen. Auch wollen wir die Verknüpfungen zwischen Halle und Leipzig, wie sie zum Beispiel zur Museumsnacht existieren, zeigen.

Wie war die Reaktion seitens der Messeleitung?
Die Reaktionen waren sehr positiv. Es gibt zwar seit Jahren ein „Berliner Zimmer“, aber das eine Stadt ihre Verlage begleitet, ist neu. Es entstanden auch gleich viele Schnittpunkte, zum Beispiel zeigen wir den Besuchern, dass es in kurzer Entfernung noch Hotelbetten sowie eine sehenswerte Kulturregion
gibt und begeistern im Gegenzug Hallenser für die Buchmesse.

Was nehmen Sie mit aus Halle – Was wollen Sie zeigen?
Zum einen zeigen wir unsere Verlage. Diese bekommen bei uns Zweitpräsenz
ihrer Buchtitel und können ihr Programm vorstellen. Zum anderen sind wir Ansprechpartner für die Stadt Halle und ihre Schönheiten. Das Motte der Lounge ist augenzwinkernd „Leseörtchen Halle“. Wir wollen zeigen, das Halle ein schöner Ort zum Lesen und Besuchen ist. Außerdem zeigen wir die unter dem Dach „nur bei uns“ vereinten sieben „kulturellen Flagschiffe“ der Stadt.

Was erwartet den Besucher in der Lounge?
Da es auf der Messe Veranstaltungen zuhauf gibt, haben wir eine Entspannungslounge gestaltet, die zum Verweilen, Ausruhen und Schmökern einlädt. Außerdem haben die halleschen Verlage, bei uns Raum für  Kundengespräche. Zusätzlich gibt es eine Kaffeebar in der wir fairgehandelten Hochlandkaffee servieren. Wer einen Kulturfalter mitbringt, bekommt sogar einen Kaffee sogar umsonst.

Was erhoffen Sie sich von der „hallesaale-Lounge“?
Zum einen hoffe ich auf viele Kontakte mit den Besuchern und wir möchten sie begeistern im nächsten Jahr zur Buchmesse oder zu einem anderen Zeitpunkt nach Halle zu kommen, vielleicht zu den Händelfestspielen.

Herr Preuk, Vielen Dank für das Gespräch. (Martin Große)

 

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Verlag Janos Stekovics - Viel Kaffee und keine Pause

Der Verlag Janos Stekovics, aus Dößel in der Nähe von Halle, feiert in diesem Jahr seinen 18. Geburtstag. Der nach seinem Gründer benannte Buchverlag gehört nicht zu den großen und bekannten in der Branche und doch präsentiert man sich schon seit 15 Jahren auf der Buchmesse, aus diesem Grund sprach Kulturfalter Redakteur Martin Große mit dem Verlagsgründer (mittleres Foto rechts).

Kulturfalter: Wie kamen Sie auf die Idee einen Verlag zu gründen?
Janos Stekovics: Entstanden ist der Verlag, weil ich mir auf dem Weg zu einem Fotoauftrag, ich sollte Katrin Krabbe fotografieren, das Bein gebrochen habe. Ich konnte Katrin Krabbe nun nicht fotografieren und hatte auf einmal viel Zeit. Währenddessen bekam ich die Anfrage eine Imagebroschüre für einen Tourismusverband zu machen und habe mir dann überlegt den Verlag zu gründen.

Wie ging es dann weiter und was sind ihre Schwerpunkte?
Es kamen dann noch mehr Anfragen für Broschüren. Dann kamen Postkarten
hinzu und schließlich 1994 das erste Buch über Schmuck und Design der Burg Giebichenstein. Weil ich immer schon gern fotografiert habe, verlege ich bildlastige Bücher über Architektur, Kunst, auch schöne Literatur und Bellestristik und Regionalführer sowie Auftragsarbeiten.

Wie oft waren sie schon auf der Buchmesse?
Der Verlag ist jetzt zum 15. Mal auf der Buchmesse, bis dahin haben wir nur neidisch auf die anderen geschaut.

Was bringt ihnen die Buchmesse?
Einem unbekannten Verlag bringt sie am Anfang gar nichts. Wir standen die ersten Jahre einfach nur herum. Aber jetzt ist es die ideale Plattform um die Leser kennen zu lernen. Und es kommen natürlich die Buchhändler und bestellen die Bücher. Jetzt haben wir durchgängig volles Haus auf der Messe.

Wie läuft so ein Tag auf der Messe ab?
Wir stehen ab früh um 9 Uhr am Stand, trinken 10 bis 15 Mal Kaffee und am Abend hat man das erste Mal eine Pause. Wir sind drei Leute und haben sechs Quadratmeter, das reicht und mehr können wir uns auch nicht leisten.

Was stellen Sie in diesem Jahr vor?
Wir haben 30 bis 35 neue Titel. Besonders freue ich mich den Bildband über den Halberstädter Domschatz zu zeigen. Der ist sehr opulent, sehr schön und wir haben viel Arbeit in das Buch investiert. Dann haben wir das Buch Humankapital Krankenhaus Kunst“, welches in Zusammenarbeit mit der Hochschule Burg Giebichenstein entstanden ist und nicht zuletzt den Bildband „Aufbruch zu neuen Ufern“ über die Goitzsche.

Herr Stekovics, Vielen Dank für das Gespräch. (Sie finden den Verlag am Messestand C104 in der Messehalle 5)

TAGESTIPP

Macbeth

Mit Verdis "Macbeth" eröffnet die Oper Halle die neue Spielzeit und verwandelt zunächst den Hof der Moritzburg für fünf Open Air-Aufführungen in eine stimmungsvolle "Sommerresidenz". "Macbeth" können sie am 10.9. wieder sehen.

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