Das Anthropozän: eine Herausforderung für die Wissenschafts-, Technik- und Umweltgeschichte

Seit der Jahrtausendwende wird die von dem Nobelpreisträger und Entdecker des Ozonlochs, Paul Crutzen (Mitglied der Leopoldina), sowie dem US-amerikanischen Biologen Eugene Stoermer initiierte Anthropozän-Debatte mit wachsender Intensität geführt. Das Deutsche Museum und das Rachel Carson Center haben sich mit der erdweit ersten großen Ausstellung „Willkommen im Anthropozän. Unsere Verantwortung für die Zukunft der Erde“ in diese Debatte eingemischt. Die Anthropozän-These ist zunächst eine naturwissenschaftliche Hypothese, die besagt, dass die vom Menschen initiierten Veränderungen sich bereits in geologisch sichtbarer Form niederschlagen und von ausreichend langfristiger Natur sind, um sie auf der Zeitskala der Erdgeschichte zu verorten. Was in der Anthropozän-Debatte verhandelt wird, ist zugleich ein eminent historischer Gegenstand, geht es doch um Fragen der allgemeinen Periodisierung der Geschichte der Menschheit, und diese Fragen fallen üblicherweise in das Metier der Historikerzunft. Der Vortrag zeichnet die miteinander verschränkten Debatten um das Anthropozän als geologisches und als kulturelles Konzept nach. Er versteht die Diskussion um das „Zeitalter des Menschen“ als Chance und Herausforderung zugleich, sowohl die überkommene Dualität von Natur und Gesellschaft zu überdenken als auch die Narrative der Wissenschafts-, Technik- und Umweltgeschichte auf den Prüfstand zu stellen und das analytische und heuristische Potential des Anthropozänkonzepts auszuleuchten.

http://www.leopoldina.org/de/veranstaltungen/veranstaltung/event/2454/



Leopoldina-Studienzentrum, Emil-Abderhalden-Straße 36, Tel. Lesesaal der Leopoldina

04.04.2017: 18.00 bis 20.00 Uhr

Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften

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