Händel-Haus
Händel-Haus, (Foto: © Horst Fechner)

Echt oder Fake? - Jahresausstellung

Die Jahresausstellung beschäftigt sich mit allen Sammlungsbereichen der Stiftung Händel-Haus. Es geht um den Themenkomplex Original, Kopie, Nachempfindung und Fälschung. Was ist ein Original? Wann hört ein Original auf, original zu sein? Wann beginnt eine Nachahmung oder gar eine Fälschung? So wirft bereits der so genannte Händel-Schrank, der seit 1985 in der Dauerausstellung steht, entsprechende Fragen auf.

Tischlermeister Thomas Adolphi hatte ihn für das Händel-Haus hergestellt und orientierte sich beim Bau des massiven Schrankes am englischen Möbelbau des Barock. Ein anonymer Druck aus der Zeitung «Illustrated London News» von 1842, der Händels Bücherschrank mit dem im Testament erwähnten Musikalien beschrieb, diente dem Restaurator als Vorbild. Ein Original von Thomas Adolphi, eine Kopie, oder doch ein filigraner Täuschungsversuch? So klar und einfach, wie die Abgrenzung scheint, ist sie auf den zweiten Blick nicht – das zeigt sich schon an diesem Beispiel. Bei der Frage «Kann ein Original aufhören, original zu sein?» kommt auch das Geburtshaus selbst ins Spiel: Mit seinem gelben Fassadenanstrich und dem markanten Mansarddach ist es aus dem Stadtbild Halles nicht wegzudenken. Doch hatte das Gebäude dieses Erscheinungsbild bereits zur Händel-Zeit? Wie viel originale Bausubstanz können wir heute noch entdecken? Und was ist an einem Gemälde das wirklich Wertvolle und Bewahrenswerte? Warum ist das Händel-Gemälde von John Theodore Heins wertvoller als die Kopie einer Kopie des Gemäldes von Philipp Mercier? Schließlich ist doch die «Bildinformation» im Rahmen unserer Dauerausstellung zum Leben Händels gleichwertig. Soweit zur Kunst. Wie ist es aber in der Musik? Findet man alle Informationen, die für eine originalgetreue Aufführung nötig sind, auf den Notenblättern, oder existiert das Original eines Werkes letztendlich nur in den Gedanken des Komponisten? Gibt es in Händels Œuvre überhaupt das Originalwerk, oder ersetzt nicht jede neue Version aus seiner Hand die ursprüngliche Fassung? Und was verbirgt sich hinter der Entlehnungstechnik, derer er sich beim Komponieren bediente? Inwieweit kann der Klang authentisch sein? Ist bei historischen Musikinstrumenten überhaupt Originalität möglich? In ihrer Eigenschaft als kunstvolle Gebrauchsgegenstände bedürfen sie ständiger Wartungsarbeiten, um ihre Spielbarkeit zu erhalten. Wie original oder auch «beseelt» kann demnach ein Cembalo aus dem Jahr 1599 klingen, nachdem es vier Jahrhunderte verschiedenster Handwerkstechniken durchlebt, vielleicht «durchlitten» hat? Mit der Sonderausstellung: «Echt oder Fake? Bei uns ist alles original» lädt die Stiftung Händel-Haus herzlich dazu ein, diesen und anderen Fragen anhand originaler oder zumindest origineller Exponate nachzugehen.

http://www.echt-oder-fake.de/



Händel-Haus, Große Nikolaistraße 5, Tel. 0345/ 500 90 103 , www.haendelhaus.de
Kammermusiksaal

24.02.2017 bis 14.01.2018

jeweils
Fr.: 10.00 bis 18.00 Uhr
Sa.: 10.00 bis 18.00 Uhr
So.: 10.00 bis 18.00 Uhr
Di.: 10.00 bis 18.00 Uhr
Mi.: 10.00 bis 18.00 Uhr
Do.: 10.00 bis 18.00 Uhr

  • Erwachsene 5 Euro / ermäßigt 3,50 Euro

Stiftung Händel-Haus

0345 / 500 90 12 5
Zur Webseite

Anfahrt:

Große Nikolaistraße 5
06108 Halle


Haltestelle // 211 m entfernt

Marktplatz
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06108 Halle (Saale)
Tram: Linien 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 94, 95 Bus: Linien 91, 97