Gründen für Geisteswissenschaftler in Halle: Der Weg in die Selbstständigkeit

Das Studium ist beendet - und dann? Diese Frage stellen sich viele Geisteswissenschaftler. Denn die Jobs für diese Absolventen sind rar. Wer nicht an der Uni bleibt oder in den Schulbetrieb geht, der muss sich auf die Suche machen und darf den Quereinstieg nicht scheuen. Für viele ist auch die Gründung eines eigenen Unternehmens der richtige Weg. Einige Dinge gibt es dabei aber zu beachten.

Am Anfang steht natürlich die Geschäftsidee. Wer im Studium bereits viel mit Literatur, Kunst und Kultur zu tun hatte, für den liegt diese Richtung auch bei der Gründung nahe. Die Möglichkeiten hierfür sind ebenso vielfältig wie zahlreich. Von der spezialisierten Buchhandlung über eine Agentur für Texte und Übersetzungen bis hin zum Ticketservice für Veranstaltungen ist vieles realisierbar. Der Gründerservice der Uni Halle-Wittenberg gibt wichtige Hinweise für die Suche nach der richtigen Idee: Wer ist meine Zielgruppe? Welche Rechtsform sollte mein Unternehmen haben? Wie lassen sich Kooperationen mit Buchhandlungen, Galerien und Cafés initiieren, um mein Unternehmen zu bewerben? Auch bei diesen Fragen hilft der Gründerservice.



Frühzeitige und effektive Werbung ist wichtig

Insbesondere in den ersten Monaten nach der Gründung ist das Budget meist sehr knapp. Daher sollten die Ausgaben gut geplant sein. Zum Beispiel die für die Werbung. Geht man in der direkten Umgebung auf Kundensuche, sollte man sich frühzeitig Gedanken um die geeigneten Werbeformen und -mittel machen. Auch mit kleinem Budget lässt sich mit den richtigen Werbemitteln ein großer Personenkreis im direkten Umfeld erreichen, zum Beispiel durch clevere Giveaways mit dem eigenen Firmennamen oder Logo. Eine kleine Eröffnungsparty im eigenen Laden ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Zielt man auf einen größeren Kundenstamm ab, etwa im Internetvertrieb, dann ist eine Website nahezu obligatorisch. Auch die Werbung über das Internet - etwa über Suchmaschinen, Foren oder Social-Media-Kanäle - kann sehr effektiv sein. Auch bei kleinem Budget darf zielgruppenorientierte Werbung auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Vernetzung ist heute wichtiger denn je

Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Es lohnt sich, auf die Erfahrung anderer Gründer zurückzugreifen. In der Kreativbranche, in der viele Geisteswissenschaftler mit ihrem Unternehmen angesiedelt sind, gilt dies umso mehr. Denn die Szene ist oft klein und man lernt sich schnell kennen. Meist lassen sich im persönlichen Gespräch mit anderen Gründern wichtige Einsichten gewinnen. Außerdem kann das gegenseitige Kennenlernen auch ein echter Wirtschaftsfaktor sein. Über solche Vernetzungen entstehen nicht selten Kooperationen, die beiden Seiten Vorteile bringen. In manchen Fällen entstehen auf diesem Weg sogar neue Unternehmen.

 



Fördermöglichkeiten nutzen

Für Existenzgründer, nicht nur aus der Kreativbranche, gibt es eine Reihe an Unterstützungen. Viele Banken bieten spezielle und zinsgünstige Kredite für junge Unternehmen an, mit denen sich die zumeist schwierigen ersten Monate besser meistern lassen. Zudem gibt es bestimmte Förderprogramme, die Zuschüsse gewähren. Diese müssen im Gegensatz zu Darlehen nicht zurückgezahlt werden. Aber auch nichtfinanzielle Hilfen werden angeboten. Der Bund hat mit der sogenannten Gründerplattform einen Service für junge Unternehmen ins Leben gerufen. Hier bekommt man Hilfe beim Erstellen eines Businessplans und kommt in Kontakt mit erfahrenen Unternehmern, die oft wertvolle Tipps geben können.