Forschung fürs Leben

Gerade im Winter sehnt sich der ein oder andere gern einmal nach den wärmenden Strahlen einer sommerlichen Sonne. Dass eben jenen Strahlen es nicht nur vermögen, den Gemütszustand zu verbessern und die Seele zu wärmen, sondern in der Sonnenkraft ein bisher noch längst nicht ausgeschöpftes Potenzial schlummert, ist schon lange klar. Doch seitdem der Menschheit durch Katastrophen und Kriege vor Augen geführt geworden ist, dass fossile Energieträger endlich sind und die Atomenergie ein letztlich nicht beherrschbares Risiko in sich trägt, hat die Kraft der Sonne eine ganz neue Relevanz bekommen. Denn sie bietet die Möglichkeit unbegrenzter Energie.

Photovoltaikmodule und Sonnenkollektoren sind zwei Möglichkeiten, aus den Sonnenstrahlen direkt Strom zu gewinnen oder die absorbierte Sonnenenergie zur Heizung, Kühlung oder auch Wasserdesinfektion zu nutzen. Doch lassen sich diese Möglichkeiten nur dann effizient und dauerhaft nutzen, wenn das Material, aus denen die Kollektoren und Module bestehen, lange hält. Genau an dieser Stelle wird in Halle mit höchster Kompetenz geforscht. Am neuen Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik, das am 27. März Richtfest feiert, werden neue Technologien und neue Materialien entwickelt und getestet, die unmittelbar der Solarenergieindustrie zugutekommen. So werden beispielsweise in den deutschlandweit größten Klimakammern des neuen Gebäudes am Weinberg Campus Photovoltaikmodule und Sonnenkollektoren unter extremer Temperatur- und Feuchteeinwirkung normgerecht getestet. Dabei werden die Module Temperaturschwankungen von -40 bis +85 Grad Celsius ausgesetzt, wodurch Schwachstellen der Module systematisch aufgedeckt werden können. So hilft die Forschung in Halle Solarfirmen der Region und damit dem Standort Mitteldeutschland. Denn durch das Zusammenspiel von innovativem Wissen, neuester Technik und wirtschaftlichem Erfolg soll die regenerative Energiegewinnung zu einer kostengünstigen und sauberen Alternative für die Menschen werden.

Doch ist die Eröffnung des Fraunhofer CSP nicht der einzige Anlass, weswegen die Forschungseinrichtung Grund hat zu feiern. In diesem Jahr schaut das Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik auf 20 Jahre in Halle, was als Jubiläum am 25. April gebührend geehrt wird. Denn in dieser Zeit wurde in der Saalestadt so erfolgreich das Verständnis für Materialeigenschaften und ihre Haltbarkeit vertieft, dass mittlerweile die hallesche Kompetenz auch von internationalen Industriepartnern gefragt ist. Die heute mehr als 180 Beschäftigten forschen in vielen gesellschaftlichen Bereichen, in denen Sicherheit und Effizienz den Lebensalltag verbessern. So helfen die Erkenntnisse aus Halle beispielsweise, Motoren effizienter zu machen, die Fahrsicherheit von Autos zu erhöhen, die Leuchtkraft von Leuchtdioden zu erhöhen oder gar Zahnpasten zu verbessern, sodass sie den Zahnschmelz noch mehr schützen – wenn das nicht ein Grund zum Feiern ist!

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(Nico Elste, Kulturfalter, Frühjahr 2012)