Sophie Zviadadze: Ein Gott und zwei Himmel - Zum Muslimischsein im 'christlichen' Georgien
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Der Vortrag geht der Frage nach, was es bedeutet, Muslim und zugleich Georgier in einem Land mit christlich geprägter Kultur zu sein. Am Beispiel einer Fallstudie zu georgischen Muslimen in Adscharien, einer Region im Südwesten Georgiens, wird gezeigt, wie Geschichte, Identität und kollektives Gedächtnis miteinander interagieren und die religiösen Imaginationen der Adscharier prägen. In Adscharien finden wir eine besondere religiöse Kultur, die sich durch gegenseitigen Respekt auszeichnet. Eine Frau konvertierte zum Christentum, vollzieht jedoch weiterhin einige muslimische Rituale zu Ehren ihrer Eltern. Wie sie sagt: Gott ist einer. Zugleich bedeutet es, Muslim in einem christlich dominierten Land zu sein, auch Diskriminierung und Entfremdung zu erfahren. Im öffentlichen Diskurs wird die muslimische Identität ethnischer Georgier oftmals als „inakzeptabel“ dargestellt. Der Vortrag diskutiert, wie Politik, Nationalismus und institutionalisierte christliche Religion zusammen mit den historischen Erfahrungen in Adscharien die religiösen Vorstellungen sowie die Lebensvorstellungen und alltäglichen Taktiken der Menschen prägen. Ein Vortrag von Prof. Dr. Sophie Zviadadze (Ilia State University Tblisi/Georgia) Donnerstag, 04.06.2026, 18:15 - 19:45 Uhr
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