Oper Halle, (Foto: © Gert Kiermeyer)

Tristan und Isolde

Mit Richard Wagners Musikdrama *Tristan und Isolde* nimmt die Oper Halle ein Werk in den Spielplan auf, das die Musikgeschichte revolutioniert hat. Basierend auf dem mittelalterlichen Tristan-Epos Gottfried von Straßburgs hat Wagner eine Musik geschaffen, die in bis dato unbekannter Intensität Gefühlszustände beschreibt und sogar die Grenzen der Tonalität sprengt. Die weitere Entwicklung des Musiktheaters seit der Uraufführung 1865, vor allem aber die bis ins 20. Jahrhundert immer weitergehende Erforschung von erweiterter Tonalität und Chromatik, ist ohne dieses Werk schlichtweg undenkbar. Genauso faszinierend wie der innermusikalische Gehalt, der u. a. den Regisseur Lars von Trier inspiriert hat, die *Tristan*-Overtüre in seinem Film *Melancholia* zum Soundtrack der interstellaren Apokalypse zu machen, ist auch die zeitlose Geschichte aus der mittelalterlichen Matière de Bretagne – einem Stoffkreis, zu dem u. a. auch die König-Arthus-Sagen gehören.

Der junge Held Tristan hat im Auftrag von König Marke von Cornwall den aufständischen Ehemann der irischen Königstochter Isolde getötet. Schwer verwundet vom Kampf pflegt die junge Witwe den Mörder ihres Mannes gesund und verliebt sich in ihn. Zurück in Cornwall überredet Tristan König Marke, schwer mit seinen eigenen Gefühlen hadernd, Isolde zu heiraten – und macht sich erneut auf nach Irland, um seinem König die Braut zuzuführen. Auf der Rückreise setzt die Handlung der Oper ein. Tristan und Isolde nehmen ob ihrer unerfüllten Sehnsucht einen Todestrank zu sich – der sich als Liebestrank entpuppt und die verbotene und unterdrückte Liebe der beiden unleugbar macht. Bis zur höchsten Lust im legendären Liebestod zeichnet Wagner ein beeindruckendes Psychogramm zweier Liebenden in einer fatalen Dreiecksgeschichte, in der die extreme Bandbreite menschlicher Emotionen zum Tragen kommt. Dieses Werk, so der Dirigent und Musikwissenschaftler Kurt Pahlen, ist eine „Oper der Ekstasen“. Genauso wie der berühmte Tristan-Akkord sich windet und strebt, drängt dieses Werk hin zur Auflösung und erzeugt dabei kaum aushaltbare Spannungen, die das Publikum nun seit über 150 Jahren faszinieren.

Für die Oper Halle wird Regisseur Jochen Biganzoli seine aufsehenerregende Inszenierung von *Tristan und Isolde*, die am Theater Hagen entstand, adaptieren.

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