Peer Gynt (Uraufführung)

1866/67 schrieb Henrik Ibsen in Italien sein fünfaktiges Versdrama »Peer Gynt«. Es spielt in Norwegens Bergen und im Orient, basiert auf einem Volksmärchen und ist die Geschichte eines verhaltensauffälligen Jungen, der Rollen ausprobiert: Fantast, Schläger, Entführer, Exorzist, Tourist, Kolonialist, Querdenker, Prophet, Irrenhausdirektor.

Peer will nicht erwachsen zu werden. So wie die Norweger seiner Zeit, schimpfte Ibsen im Exil. Und schickte seinen Faktenverdreher auf die Reise um die Welt: Frauen gegenüber macht der Wirklichkeitsverweigerer den Macho, bei den Trollen wird er zum Schwein, in Amerika zum Millionär, in Afrika zum Kaiser, in Ägypten zum Herrn über den Wahnsinn. Er verliebt sich, verliert seine Mutter und fragt sich am Ende, was das alles für einen Sinn hatte.

Michal Sedláček trägt sich seit Jahren mit dem Gedanken, Ibsens philosophisches Märchen mit dem Ballett Rossa auf die Tanzbühne zu bringen. Dabei schwebt ihm ein Universaltanztheater mit Chor, Orchester, Puppenspiel, Sängern und der genialen Musik von Edvard Grieg vor. Im Zentrum steht Peers Frage: Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich realistischerweise sein?

Gideon Davey hat dazu ein spektakuläres Bühnenbild entworfen, Kaspar Glarner rauschende Kostüme erfunden.

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