Neues Theater, (Foto: © Bühnen Halle)

Transit

Tausende Flüchtlinge strömen im Sommer 1940 aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die französische Hafenstadt Marseille. Hier beginnt für die Verfolgten und Heimatlosen ein quälendes Warten und oftmals auch die fiebrige Jagd nach Bescheinigungen, Stempeln und Dokumenten. Unklar bleibt dabei, ob Marseille für sie zu einer tödlichen Sackgasse oder zum Tor in ein neues Leben wird. Inmitten der ausharrenden Menschenmassen und vor dem Hintergrund von Krieg, Flucht und Vertreibung entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen dem aus einem Arbeitslager entkommenen Seidel und Marie. Die rastlose Frau sucht ihren Mann, den sie bereits verlassen hat, nichtsahnend, dass dieser längst tot ist und Seidel dessen Identität angenommen hat.

Diese extreme Ausnahmesituation stellt die Frage nach der Instabilität eigener Identitäten in Krisen. Kann die Liebe in einem Netz aus Lügen und Verrat dann überhaupt ihren Weg finden? Als Jüdin und Kommunistin doppelt gefährdet, floh Anna Seghers 1933 über die Schweiz nach Paris und 1941 mit ihrer Familie von Marseille nach Mexiko. Auf dieser Odyssee begann sie, ihren Roman »Transit« zu schreiben, der sich autobiografische Erlebnisse zunutze macht.

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