Das große Feuer, (Foto: © Falk Wenzel)

Das große Feuer

Weidendes Vieh, summende Bienen, kleine Wolken am Himmel, ein Bach zwischen Wiesen, darüber eine kleine Holzbrücke. An jedem Ufer liegt ein Dorf. Jedes hat seine Kirche. Eine Glocke schlägt immer ein wenig später als die andere. Und während die Weinbauern dank bester klimatischer Bedingungen immer reicher werden, werden die Viehzüchter am anderen Bachufer von Schicksalsschlägen getroffen. In der Abfolge der vier Jahreszeiten ereignen sich eine große Dürre, Missernten und Hungersnot, eine verheerende Fieberepidemie, klirrende Kälte und schließlich ein großes Feuer. Hier das Glück, da die Not. Das schürt den nachbarschaftlichen Hass. Erst wird die verbindende Brücke zwischen den Dörfern geschlossen, dann schwillt der Bach zu einem breiten Strom an, schließlich zu einem unüberwindlichen Meer, auf dem ein Flüchtlingsboot zum Totenschiff wird. Nicht einmal die Liebe hat hier eine Chance.

Eine moderne Märchenparabel über die Konflikte zwischen Arm und Reich. Zwischen einer selbstgefälligen Gemeinschaft und Migranten in Not. Zwischen dem gesegneten und dem verfluchten Leben.

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