In der Ausstellung oder dem Museum (Beispielfoto), (Foto: © Pirod 4d, Pixabay)

Klaus Völker – Herakles und die Digitanten

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Das oft allzu menschliche Treiben der griechischen Götter und Heroen, ihre Lieben, Zwiste und Intrigen, ihre Siege und Niederlagen, aber auch die magischen Verwandlungen auf ihren Reisen zwischen Himmel und Erde sind bis heute ein unerschöpfliches Modell der Weltdeutung. Herakles, der Superheld der griechischen Mythologie, ist ein Halbgott, der zwischen der irdischen und der göttlichen Sphäre steht. Er muss sich auf Erden die vollkommene Göttlichkeit erarbeiten, um in den hehren Olymp aufgenommen zu werden. – Götter, Menschen und Heroen stecken in den Kinderschuhen des Abendlandes und mit ihnen die Frage: Was tun wir hier eigentlich auf dem Erdenrund? Und vor allem: Mit welchem Recht tun wir, was wir tun? Mit dem Recht göttlicher Selbstermächtigung und ganz schlechten Ausreden, wenn es mal wieder schief geht? Als Kind schmökerte ich, oft nachts mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, in Gustav Schwabs „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“ und malte mir wilde, farbenprächtige Bilder aus. Heute schweife ich im Garten dieser Erinnerungen, finde Erinnerungsschnipsel und geselle sie zu Bildideen, die beim heutigen Lesen der mythologischen Texte auftauchen. Es entstehen Collagen, denn schon die Göttergeschichten selbst sind ja Textcollagen, Short Stories auf der Perlenschnur einer größeren Geschichte, gespickt mit bildgewaltigen Formulierungen. Die Götter – ein Flirt mit Form, Farbe und Struktur – Freude pur!

Null oder Eins, Ja oder Nein, Top oder Flop. Lange bevor wir Heutigen unsere Nachrichten per Smartphone in die Welt wischten, waren Menschen bestrebt, Informationen zu digitalisieren, sie in Segmente zu zerlegen, die, im Zusammenhang gehört oder gesehen, für den Empfänger eine sinnstiftende Information enthielten. Trommel-, Licht- und Rauchsignale, das Morsealphabet, das Telefon und die Lochkarte sind Beispiele. Die Röhrencomputer der 1940er Jahre waren Vorläufer der raumfüllenden Großrechner der 1950er, die Differenzialgleichungen lösten und dabei so heiß wurden, dass der gesamte Raum gekühlt werden musste. Wer denkt da nicht an den Supercomputer „Deep Thought“ in Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“, der 7,5 Millionen Jahre rechnete, um auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest die Zahl 42 auszuspucken. Zusehends wurden die Computer kleiner, privater. Vom ersten Smartphone 1996 bis zu den heute gebräuchlichen Alleskönnern vergingen gerade einmal 27 Jahre. Sie gehören zu unserem Alltag wie der Faustkeil zum Neandertaler. Null oder Eins, Ja oder Nein, Top oder Flop? Wer bin ich? Die Summe meiner Daten?

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