Arche Nebra
Arche Nebra, (Foto: © pr)

Themenabend: Holzkreise - Steinkreise

„Holzkreise – Steinkreise“ – den wissenschaftlichen Auswertungen, die in den letzten Jahren neue Erkenntnisse zu Goseck erbracht haben, werden die Ergebnisse der jüngsten Forschungen in Stonehenge gegenüber gestellt. Sowohl in Goseck als auch in Stonehenge gibt es Neues und bislang Unbekanntes zu berichten. Das Programm beginnt um 18 Uhr. Zwischen den Vorträgen gibt es ein Imbissangebot, das inklusive ist. Eine Anmeldung zum Themenabend ist erforderlich.

„Eine runde Sache – Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage von Goseck“ – so ist der erste Vortrag des Themenabends „Holzkreise – Steinkreise“ überschrieben. Die ringförmigen Bodenverfärbungen auf einem Feld in der Nähe der Gemeinde Goseck wurden 1991 durch Überfliegung entdeckt. Ab 1999 wurden u. a. geomagnetische Untersuchungen vorgenommen, die eine vollständige Kartierung des Grundrisses ermöglichten. Zwischen 2002 und 2004 wurde die gesamte Anlage im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes vollständig ausgegraben. Die Kreisgrabenanlage bestand aus einem annähernd kreisförmigen Ringgraben mit etwa 71 m Durchmesser. Rund um den Graben konnte ein flacher Erdwall nachgewiesen werden. Die drei Zugangswege in die Anlage sind nach Norden, Südwesten und Südosten ausgerichtet. Im Inneren wurden Spuren zweier konzentrischer Palisaden nachgewiesen. Es konnte auf der Innenfläche keine weitere Bebauung festgestellt werden. Es wurden jedoch zahlreiche Rinderknochen, besonders Schädel, und in drei Erdgruben Menschenknochen gefunden. Sie waren sorgfältig bearbeitet worden, das Fleisch war von den Knochen abgeschabt. Spezielle Begräbnisrituale oder Opferhandlungen könnten der Grund dafür sein.

Neues aus Goseck
Dr. Norma Henkel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, hat über die Kreisgrabenanlage von Goseck promoviert. „Das „Kreisgraben-Phänomen“ Mitteleuropas im 5. Jahrtausend v. Chr. gehört zu den faszinierendsten Rätseln der archäologischen Forschung“, sagt die Archäologin. Die Auswertung der Grabungsergebnisse aus Goseck habe sehr spannende Erkenntnisse zur Deutung und zum besseren Verständnis dieser vorgeschichtlichen Monumente geliefert. Und nicht alle Behauptungen rund um Goseck seien heute noch hundertprozentig haltbar. Norma Henkel stellt in ihrem Vortrag die Untersuchungen zu Funden und Befunden in Goseck zusammenfassend vor und setzt sie mit der besonderen Architektur der Anlage in Bezug.

Stonehenge
Eine Verbindung zwischen Goseck und Stonehenge drängt sich nicht unmittelbar auf. Tatsache ist jedoch, dass der Steinkreis von Stonehenge in letzter Zeit häufiger in den mitteldeutschen Medien auftaucht. Die berühmte Anlage im südlichen England ist jünger als die Kreisgrabenanlage in Goseck, weist aufgrund der astronomischen Bezüge jedoch Ähnlichkeiten mit anderen Kreisgrabenanlagen in Sachsen-Anhalt auf. So wird zum Beispiel die Kreisgrabenanlage von Pömmelte bei Magdeburg auch „das deutsche Stonehenge“ genannt. Auch in Stonehenge wurde in den vergangenen Jahren wieder intensiv geforscht. Im Rahmen des Stonehenge Hidden Landscape Projects wurde der größte Teil der archäologischen Landschaft um den bekannten Steinkreis von Stonehenge vom Team des Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (Wien) und der Universität Birmingham systematisch mit den modernen zerstörungsfreien Methoden der geophysikalischen archäologischen Prospektion untersucht. Mittels Laserscanning, Magnetometermessung und Bodenradar wurden damit bislang unbekannte Monumente aus der Vergessenheit geholt. Auch einige neue astronomische Bezüge scheinen sich im Zuge dieser Untersuchungen zu ergeben. In seinem Vortrag „Mehr als nur ein Steinkreis: Das Stonehenge Hidden Landscapes Project“ gibt Dr. Georg Zotti vom Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie einige aktuelle Einblicke in ein spannendes Forschungsfeld um das weltbekannte prähistorische Monument.

Die Himmelswege
Die Kreisgrabenanlage in Goseck bildete 2005 den ersten Standort der neu begründeten „Tourismusroute Himmelswege“ im Süden Sachsen-Anhalts. Die Anlage wurde am originalen Ausgrabungsort rekonstruiert. In den kommenden Jahren kamen zu den Himmelswegen weitere Standorte hinzu: der Fundort der Himmelsscheibe von Nebra mit der Arche Nebra, das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle als Aufbewahrungsort der Himmelsscheibe von Nebra sowie Langeneichstädt mit dem „Grab der Dolmengöttin“. Jüngster Himmelswege-Standort ist das „Ringheiligtum Pömmelte“. Die Kreisgrabenanlage ist jünger als Goseck und wird in letzter Zeit auch als „das deutsche Stonehenge“ bezeichnet.

Der Themenabend am Samstag, 28. März 2020, beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt beträgt inklusive Imbiss pro Person 19,50 €, ermäßigt 13,00 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 034461-25520.

www.himmelsscheibe-erleben.de



Arche Nebra, An der Steinklöbe 16, Tel. 034461 25 52 20, www.himmelsscheibe-erleben.de

28.03.2020: 18.00 bis 20.00 Uhr
  • 19,50 Euro / erm. 13,00 Euro

Arche Nebra

034461-2552-20
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Anfahrt:

An der Steinklöbe 16
06642 Wangen