Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, (Foto: © Promo)

Kriegsgeschädigte Kinder und die Psychiatrie nach 1945

Was geschah mit Kindern, die nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Diktatur psychisch schwer erkrankten? Kriegs- und Fluchterlebnisse, Verfolgung und Ermordung von Familienmitgliedern unter der NS-Diktatur sowie Instabilität und Not nach Kriegsende verursachten einen erheblichen Zustrom von Kindern mit psychischen und neurologischen Leiden in die wenigen Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dabei zeigte sich in den Nachkriegsjahren eine zunehmende Verunsicherung im Umgang mit diesen Kindern. Der lange Schatten der Erb- und Rassenbiologie wirkte nach und verzögerte eine ressourcenorientierte Sicht, wie sie in anderen Staaten bereits während des Krieges begonnen hatte. Ein Teil der Ärzte – ausgebildet oder assimiliert unter den nationalsozialistischen Paradigmen der Erb- und Rassenpflege – behielt nach 1945 die Überzeugung von der angeborenen „Minderwertigkeit“ von Menschen zunächst bei. Das führte dazu, dass zahlreiche Psychiater die – aus heutiger Perspektive – offensichtlichen Zusammenhänge zwischen Kriegserlebnissen und psychischer Erkrankung nicht sahen bzw. nicht wahrnehmen wollten.

https://www.leopoldina.org/veranstaltungen



Leopoldina-Studienzentrum, Emil-Abderhalden-Straße 36, Tel. 0345 - 47 239 - 115, www.leopoldina.org

04.02.2020: 18.00 bis 21.00 Uhr

Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften

0345 472 39-863
Zur Webseite

Anfahrt:

Emil-Abderhalden-Straße 36
06108 Halle


Haltestelle // 341 m entfernt

Moritzburgring
Geiststraße
06108 Halle
Tram: Linien 3, 7, 8