Bühnenvorhang im Theater
Bühnenvorhang im Theater, (Foto: © Mermyhh, Pixabay)

Draußen vor der Tür

Der junge Unteroffizier Beckmann kehrt drei Jahre nach der Schlacht um Stalingrad zurück nach Deutschland. Hinkend, weil ihm die Kniescheibe weggeschossen wurde, gehüllt in einen Heeresmantel und auf der Nase immer noch die Brille, die er unter der Gasmaske trug, hat er doch überlebt und hofft, dem Schrecken entkommen zu sein. Aber der Albtraum geht weiter. Traumatisiert vom Krieg und an der eigenen Schuld leidend, sucht er in seiner Heimatstadt nach Menschlichkeit und Geborgenheit. Seine Frau lebt jedoch mit einem anderen Mann und seine Eltern haben sich als einst überzeugte Nationalsozialisten das Leben genommen. Die Daheimgebliebenen begegnen ihm mit Desinteresse und Ablehnung und die Türen schlagen vor ihm zu … Wolfgang Borchert kehrte mit 26 verwundet und schwer gezeichnet nach Deutschland zurück und schrieb „Draußen vor der Tür“ innerhalb weniger Tage unter dem Eindruck seiner Erfahrungen. Er gab mit seinem Stück einer von Verzweiflung gelähmten und verstummten Generation eine Stimme. Die Eindringlichkeit seiner Schilderung und die Fragen, die Borchert seine Hauptfigur stellen lässt, verleihen dem Text – angesichts weltweiter kriegerischer Auseinandersetzungen – eine bestürzende Aktualität.

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02.10.2019: 10.00 bis 12.00 Uhr
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