Hannah Höch Mädchen am Meer 1965, Collage
Hannah Höch Mädchen am Meer 1965, Collage, (Foto: © Berliner Sparkasse, VG Bild-Kunst Bonn 2019)

Die schaffende Galatea. Frauen sehen Frauen

Das 20. Jahrhundert ist für die Frauenbewegung von größter Bedeutung, auch wenn deren Anfänge in der Mitte des 19. Jahrhunderts liegen. 2019 rückt das Thema auf besondere Weise in den gesellschaftlichen Fokus: Vor 100 Jahren wurde das Wahlrecht für Frauen in der Weimarer Republik eingeführt, was ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau in Deutschland war. Die aktuellen Diskussionen um die Gender Pay Gap oder auch die #MeToo-Debatte machen jedoch deutlich, dass der Weg zur vollen Gleichstellung längst nicht zu Ende gegangen ist – Gründe weshalb die Kunsthalle “Talstrasse“ der Rolle der Frau im kunsthistorischen Kontext des 20. Jahrhunderts in ihrer Ausstellung „Die schaffende Galatea. Frauen sehen Frauen“ nachgeht.

Das Frauenbild in der westlichen Kultur bediente sich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts fast ausschließlich gängiger Klischees, die über Jahrhunderte in einer von Männern bestimmten Welt entwickelt und überliefert worden sind. Auch bildende Künstler ließen ihren Phantasien über das Weibliche freien Lauf und übersetzten sie in Stereotype wie die Gottesmutter Maria, Venus, Mutter oder Verführerin – bis weit in das 20. Jahrhundert hinein! Den durch gesellschaftliche Strukturen sanktionierten Männerphantasien standen lange Zeit nur wenige Bildfindungen von Künstlerinnen gegenüber. Ein Grund hierfür ist gewiss auch, dass für Frauen in Deutschland bis in die 1920er Jahre die Kunstakademien verschlossen blieben. Künstlerinnen, die sich gegen gängige Rollenklischees ihrer Zeit durchzusetzen versuchten und entschlossen für ihre künstlerische Anerkennung kämpften, verdienen daher höchste Achtung. „Die schaffende Galatea. Frauen sehen Frauen“ richtet den Blick ausschließlich auf Kunstwerke weiblicher Autorschaft. Exemplarisch will sie verdeutlichen, wie sich Künstlerinnen aus ihrer Rolle als Objekt herauslösen und zum Subjekt erheben: Die ehemals Posierende wird selbst zur Schöpferin. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von der Klassischen Moderne bis hin zu Positionen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei mehr als 80 Werke von der Malerei und Grafik bis zur Plastik u.a. von Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz und Gabriele Münter ebenso zu sehen sind wie von Gabriele Stötzer und Cornelia Schleime. 26 Museen und Sammlungen aus Deutschland und Österreich unterstützen das Projekt mit ihren Leihgaben.

www.kunstverein-talstrasse.de



Kunstverein Talstrasse, Talstraße 23, Tel. 0345/ 550 75 10, www.kunstverein-talstrasse.de

13.07.2019 bis 13.10.2019

jeweils
Sa.: 14.00 bis 18.00 Uhr
So.: 14.00 bis 18.00 Uhr
Di.: 14.00 bis 19.00 Uhr
Mi.: 14.00 bis 19.00 Uhr
Do.: 14.00 bis 19.00 Uhr
Fr.: 14.00 bis 19.00 Uhr

Kunstverein Talstrasse

03 45/ 550 75 10
Zur Webseite

Anfahrt:

Talstraße 23
06120 Halle


Haltestelle // 301 m entfernt

Talstraße
Kröllwitzer Straße
06120 Halle
Tram: Linie 7