Evolution

Václav Kuneš, einer der aufregendsten tschechischen Choreografen, wird mit dem Ballett Rossa ein neues Tanzstück erarbeiten. Damit setzt die Compagnie ihre Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Formensprachen fort, die in der vergangenen Spielzeit mit dem sinnlichen Tanzabend Hieronymus B. der gefeierten Choreografin Nanine Linning für Aufsehen sorgte.

Václav Kuneš’ Tanzsprache ist geprägt von virtuoser Rhythmizität, raumergreifender, physisch spürbarer Energie und atemberaubendem körperlichem Bewegungstempo. Für seine Neukreation Evolution mit dem Ballett Rossa an der Oper Halle wird er den Menschen in seinem Gewordensein ins Zentrum stellen. Dabei ist der Körper ein Wunderwerk zwischen Kultur und Natur, als beste Technologie, die dem Menschen zur Verfügung steht. Inspiration für seine Stückentwicklung sind Václav Kuneš dabei Eine kurze Geschichte der Menschheit des israelischen Historikers Yuval Noah Harari sowie Konrad Lorenz’ Überlegungen zur Aggression als natürlichem Trieb bei Tier und Mensch. Harari beschreibt in seinem Bestseller das Werden der Menschheit vom ersten Auftreten des Homo sapiens bis in die Neuzeit als widersprüchliche Revolutions- und Entwicklungsgeschichte. Erzählt wird von der Herausforderung, das eigene Potential kognitiver und motorischer Fähigkeiten zu entdecken und zu kultivieren, um die vollständige Herrschaft über den eigenen Körper zu erlangen. 650 verschiedene Muskeln müssen hierfür vom motorischen Apparat bespielt werden; allein die Bewegung des kleinen Fingers ist ein faszinierend komplexes Zusammenspiel neuronaler und biochemischer Prozesse, das höchste Präzision von Gehirn, Rückenmark und zentralem Nervensystem verlangt. Wie aber lesen, verstehen und interpretieren wir Bewegungen emotional als Ausdruck von Freude, Angst, Aufregung oder Kummer?

Seine tänzerische Karriere begann Kuneš Mitte der neunziger Jahre beim Nederlands Dans Theater, einer der innovativsten und renommiertesten Compagnien für zeitgenössischen Tanz in Europa. Dort arbeitete er mit Choreografie-Legenden wie Jiří Kylián, Ohad Naharin, William Forsythe, Mats Ek, Nacho Duato oder Johan Inger zusammen. Für Kylián war Václav Kuneš auch als choreografischer Assistent tätig. Eine enge Zusammenarbeit als Tänzer verbindet ihn mit dem japanischen Choreografen Saburo Teshigawara. Seit 2007 ist er künstlerischer Leiter seiner eigenen Company 420people, für die er zahlreiche Tanzabende kreierte. Mit dem Choreografen Sidi Larbi

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