Peer Gynt - Studioinszenierung

Henrik Ibsen hat seinen »Peer Gynt« vor mehr als 150 Jahren ersonnen und trotzdem steht im Zentrum der Erzählung ein hochmodernes Subjekt. Mehr noch, es steht nicht, es irrt umher, reist um die ganze Welt, reitet auf den Wellen seines Größenwahns und überschwemmt dabei jeden, der seine Bahn kreuzt.

Peer Gynts rastlose Odyssee beginnt bei seiner Mutter, die an den Höhenflügen und Hirngespinsten ihres Sohnes schier verzweifelt. Im heimatlichen Dorf mischt Peer sich unter die Hochzeitsgäste und entführt kurzerhand die Braut, flieht aber bald ohne sie weiter. Er will die Konsequenzen für sein Handeln nicht verantworten und streicht nach jedweder Andeutung eines Lebensentwurfes die Segel. Dabei hinterlässt er Verwüstung, aber niemals Spuren im Sinne einer Nachhaltigkeit. Auch Solvejg, die Frau, die ihm wirklich etwas bedeutet, verlässt er, nachdem er gerade noch ein Haus für sie gebaut hat. Getrieben vom Imperativ der Selbstfindung kann Gynt nicht mehr unterscheiden zwischen Schein und Sein. Dabei erinnert er uns an die »social networkers« und »Influencer«, die ihren Lifestyle als Geschäftsmodell und das eigene Leben als digitales Schaufenster zu Markte tragen. Gynts narzisstischer Trip erlaubt kein Ankommen und führt ihn durch das Reich der Bergtrolle, über Marokko bis nach Kairo in eine Irrenanstalt. Als Goldgräber, Pelzjäger und Sklavenhändler hangelt er sich von Rolle zu Rolle, beutet jede sich ihm bietende Möglichkeit erbarmungslos aus. Am Ende muss er jedoch feststellen, dass da immer noch nichts ist, für das es sich innezuhalten lohnt. Bis er sich an Solvejg erinnert…

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