Rusalka

Rusalka – eine faszinierende Geschichte über die Welt der Menschen und die der „Rusalky“, weibliche Wassergeister aus der slawischen Mythologie. In Antonín Dvořáks „lyrischem Märchen“ entsteigt eine Rusalka den kühlen Fluten der Unterwasserwelt, um sich auf die Suche nach dem einen Menschen zu machen, der immer wieder das Ufer aufsucht. Von einer Hexe lässt sie sich trotz der Warnungen des Wassermanns in einen Menschen verwandeln, gewinnt die Liebe eines Prinzen und ehelicht ihn. Ein Märchen – doch mit einer bitteren Pointe. Denn die menschgewordene Rusalka verliert ihre Stimme. Nach kurzem Liebesglück wird sie von ihrem Gatten, der sich wegen des mysteriösen Schweigens seiner Geliebten zusehends abwendet, auch prompt mit einer fremden Fürstin betrogen. Die Tradition des Wasservolks ist in diesem Fall unbarmherzig und fordert nun den Tod des Prinzen – doch Rusalka stellt sich den Regeln ihrer Welt mutig entgegen.

Märchenhafte Stoffe um Wassergeister sind im 19. und frühen 20. Jahrhundert populär in ganz Europa, beispielsweise in Friedrich de la Motte Fouqués Erzählung Undine oder Hans Christian Andersens Die kleine Meerjungfrau. Stets im Mittelpunkt steht die große Frage nach der spezifischen Konstitution des Menschen. In der Gattung Oper aber wirkt das häufig zentrale Motiv der Sprachlosigkeit, des vermeintlich akzeptierbaren Verlustes der Stimme, besonders gewaltig. Antonín Dvořák und sein junger Librettist Jaroslav Kvapil treten auf den Plan, um sich voll romantischer Inbrunst nicht nur die Fragen nach den Scheidelinien zwischen Natur und Kultur zu stellen, sondern auch eine der faszinierendsten Frauenfiguren zu zeichnen, die die Operngeschichte kennt. Rusalka verfolgt selbstbewusst ihre Träume, tritt emanzipiert für ihre Ziele ein und entscheidet sich am Ende doch für die Einsamkeit der Unsterblichkeit.

Berühmt geworden ist die Oper nicht nur für das eindringliche Lied an den Mond – Rusalka ist auch in ihrer Gesamtheit ein Juwel der Romantik. Feinfühlig charakterisiert Dvořák in seiner neunten Oper aus dem Jahr 1900 seine Protagonist*innen voller Wohlwollen und Empathie und spart dabei ihre Tragik und ihre Abgründe nicht aus. Rusalka ist heute neben Smetanas Die verkaufte Braut die bekannteste tschechische Oper.

Veit Güssow inszenierte an der Oper Halle bereits *Luther – Das Kantatenprojekt* und *Die Nachtigall des Zaren*.

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