Ballett Rossa, Bizzarr
Ballett Rossa, Bizzarr, (Foto: © Anna Kolata)

#Bizarr

Memento mori! – Bedenke, dass du sterben wirst. Als stete Mahnung eigener Endlichkeit und gleichzeitige Ermunterung zu hedonistischen Diesseitsfreuden ist der Leitspruch des Barock Ausdruck ambivalenter Lebensrealitäten zwischen Frömmigkeit und ausschweifenden Lustbarkeiten. Nicht umsonst wird im Französischen das Wort gleichbedeutend mit „bizarr“ verwendet. Es bezeichnet das aus der Form Gefallene und Absonderliche, alles die Norm sprengende. Zum Sinnbild dieser Epoche ist der extravagante Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. geworden. Als er mit vier Jahren den französischen Thron besteigt, wütet in Europa der dreißigjährige Krieg und bringt Elend und Armut über den Kontinent. Der Tod ist treuer Begleiter der Menschen im Barock. Gleichzeitig ist die Krise Triebkraft für Dekadenz und Prunksucht: Nutzt den Tag und lasst uns feiern, morgen könnt’ alles vorbei sein. Darin ist das 21. Jahrhundert nicht unähnlich. Die Welt als Pulverfass, die lange Friedenszeit scheint ob der vielfältigen globalen Krisen mindestens brüchig. Dagegen anzufeiern, versuchend die Utopie einer friedlichen Gesellschaft im seligen Rausch der Bässe untergründiger Keller und Gemeinschaften wahr werden zu lassen, ist die Essenz der Clubkultur der 90er- und 00er Jahre. Nächte in denen alles möglich scheint und die befreite Gesellschaft mit jedem Schluck Gin Tonic immer greifbarer wird, bis es dämmert und im Schlossgarten von Versailles sich der Rauch des Feuerwerkes langsam mit dem Dunst des Morgentaus verbindet.

Zwischen barockem Bacchanal und postmodernem Exzess feiert Choreograf Michal Sedlácek gemeinsam mit dem Ballett Rossa ein opulentes Ballettspektakel. In den apokalyptischen Ruinen der Raumbühne BABYLON treffen die Tänzer*innen ganz unmittelbar auf die Zuschauenden und lassen zeitliche Grenzen zwischen den Jahrhunderten verschwimmen. Dabei wird Tanz hautnah erlebbar. Die Company begeistert durch ihre körperlich intensive Ausdruckskraft und technische Brillanz, in der auch die Bewegungsqualitäten der einzelnen Tänzer*innenpersönlichkeiten im Vordergrund stehen. Für den ersten Solisten und stellvertretenden Ballettdirektor Michal Sedlácek ist es die zweite künstlerische Arbeit, nachdem er erfolgreich in der vergangenen Spielzeit mit Inferno sein Debüt feierte.

www.buehnen-halle.de



Oper, Universitätsring 24, Tel. 0345/ 511 07 77, www.buehnen-halle.de
Raumbühne Babylon

15.09.2018: 19.30 bis 21.30 Uhr
21.09.2018: 19.30 bis 21.30 Uhr
30.09.2018: 15.00 bis 17.00 Uhr
04.10.2018: 19.30 bis 21.30 Uhr
07.10.2018: 15.00 bis 17.00 Uhr
13.01.2019: 19.30 bis 21.30 Uhr
19.01.2019: 19.30 bis 21.30 Uhr
23.01.2019: 19.30 bis 21.30 Uhr
26.01.2019: 19.30 bis 21.30 Uhr
23.03.2019: 19.30 bis 21.30 Uhr
27.03.2019: 18.00 bis 20.00 Uhr
31.03.2019: 16.00 bis 18.00 Uhr
14.06.2019: 19.30 bis 21.30 Uhr
16.06.2019: 15.00 bis 17.00 Uhr
23.06.2019: 19.30 bis 21.30 Uhr

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