Dichtung im Gespräch

Freitag: Puneh Ansari und Markus Binder /Samstag: Jonas Engelmann (Martin Büsser) und Pascal Richmann (in Zusammenarbeit mit dem Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle)

Das LHH wird zusammen mit Studierenden der Germanistischen Literaturwissenschaft eine Reihe wiederbeleben, die in den Jahren von 2001 bis 2006 unter anderem im Graben der Moritzburg stattfand. Lesungen junger, aber auch etablierter Autoren und Autorinnen wurden durch die Studenten vorbereitet, konzipiert und von ihnen auch moderiert. Juli Zeh gehörte zu den geladenen Gästen wie Monika Maron, Steffen Mensching, Jenny Erpenbeck oder Klaus Schlesinger. Bereits seit April arbeiten Studierende intensiv an der Vorbereitung des Neustarts dieser Lesereihe. Unter dem gemeinsamen Thema, neue Formen des Erzählens zu präsentieren, haben sie sich auf junge AutorInnen beschränkt, die zum Teil in kleinen, wenngleich bekannten Verlagen ihre Bücher herausgebracht haben. Dem übergeordneten Thema entsprechend, neue Formen des Erzählens vorzustellen, überschreiten die Bücher dabei übliche Kategorien: Sie gehen über in Zeichnungen, in Musik und in Social Media. Dementsprechend werden die Lesungen das übliche Format verlassen. Der „Bildungsroman“ von Martin Büsser, „Der Junge von nebenan“, zeigt etwas ganz Anderes als das Hinübertreten in die Welt der Erwachsenen. Er verweigert sich dem Gedruckten, ist mit Kuli dahingekrakelt und dahingezeichnet und provoziert Fragen nach der gelungenen, weil misslungenen Sozialisation. Büsser ist 2009 gestorben, sein Mit-Streiter Jonas Engelmann (der zufällig seine Doktorarbeit über Comics in Subkulturen schrieb) wird an seiner statt lesen und Rede und Antwort stehen. Ebenso im Berliner Verbrecher-Verlag erschien 2017 der Roman „Teilzeitrevue“ des Wiener Musikers Markus Binder. Ihm gelingt, großstädtischen Alltag junger Mitmenschen zu beschreiben, dabei aber vollkommen als Leerstelle zu lassen, wer es erlebt und so eine schwebende, zutiefst sinnliche Erzählstimmung zu schaffen. Puneh Ansari's „Hoffnun'“ hat ihre Facebook-Meldungen gesammelt. Das Buch gibt Einblick in die (fiktive?) Entfremdung junger Leute, vor denen die Erzählerin wie ein Rätsel steht – sie inbegriffen. Dabei helfen ihr Vergleiche zur Botanik wie eigene Zeichnungen. Das Buch ist 2017 im Berliner Kleinverlag Mikrotext erschienen. Pascal Richmann ist durch Deutschland gereist und versucht in „Über Deutschland, über alles“, 2017 bei Hanser erschienen, die größte Feuilletonfrage der letzten Jahre zu lösen bzw. zu verballhornen, was nämlich dieses Deutsche sei. Das scheinbare Reportage-Buch lässt jedoch, von seitenlangen Fußnoten umschlungen, immer mehr zweifeln, ob das alles wahr sein kann.

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