Standbild: Kleiner Trompeter, Bronze-Farbe, Künstler: Gerhard Geyer, 1958
Standbild: Kleiner Trompeter, Bronze-Farbe, Künstler: Gerhard Geyer, 1958, (Foto: © Stadtmuseum Halle, Thomas Ziegler)

Entdecke Halle! - Teil 2

Das Stadtmuseum Halle eröffnet den zweiten Teil der Dauerausstellung zur halleschen Stadtgeschichte. Im neuen Teil der Dauerausstellung stehen die Menschen der Stadt sowie die politische Entwicklung des 20. Jahrhundert im Mittelpunkt. Leitobjekt des zentralen Ausstellungkapitels zur Geschichte der politischen Gemeinde ist die Skulptur des ‚Kleinen Trompeter‘ (Foto). 1958 wird die Legende vom ‚Kleinen Trompeter‘ geboren und einer der zehn Toten der Polizeiaktion vom 13.3.1925 im Volkspark, August Friedrich (Fritz) Weineck, damit zur Heldenfigur überhöht. Im Frühjahr 1925 fand in Deutschland die Wahl des Reichspräsidenten statt. Dabei kandidierte u. a. Ernst Thälmann, stellvertretender Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Am 13.3.1925 trat Thälmann im halleschen Volkspark bei einer Wahlkampfveranstaltung auf. Neben ihm waren zwei Kommunisten aus England und Frankreich als Redner angekündigt, die jedoch von der Polizei ein Redeverbot erhalten hatten. Als diese trotzdem das Wort ergriffen, kam es zwischen den angeblich 8.000 bis 10.000 Anwesenden im Saal des Volksparks und der zu kleinen Einsatztruppe der Polizei zum Zusammenstoß. Schüsse lösten eine Massenpanik aus. Viele wurden verletzt, zehn Menschen starben. Unter den Toten befand sich der Hornist der Ortsgruppe Halle des Roten Frontkämpferbundes (RFB), August Friedrich (Fritz) Weineck (1897-1925). Weineck wurde in der DDR zum heldenhaften ‚Kleinen Trompeter‘ überhöht. So erlebt 1958 das ‚Lied vom Kleinen Trompeter‘ seine Fernsehpremiere. Im Rahmen eines Pioniertreffens wird eine Bronzeskulptur des ‚Kleinen Trompeters‘ von Gerhard Geyer eingeweiht. Der Standort, der bislang den Namen Rive-Ufer trug, wird in Fritz-Weineck-Ufer umbenannt. Das Modell für das Standbild zeigt den Trompeter noch als Jugendlichen seiner Entstehungszeit, mit modischen Hosen und Schuhen wie zeittypischer Frisur der fünfziger Jahre. Es ist im neuen Teil der Dauerausstellung ebenso zu sehen wie die Endfassung. Gerhard Geyer musste seinen Entwurf auf Intervention der Führung überarbeiten. So erhielt der Trompeter seine Gestalt mit der Uniform des Roten Frontkämpferbundes. In den Jahren 1989/90 kam das Denkmal mit dem weißen Farbfleck in das Stadtmuseum und wird nun als Beispiel der Auseinandersetzung mit einem historischen Ereignis gezeigt.

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28.04.2018 bis 31.05.2018

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