25. Magdeburger Telemann-Festtage - Klangfarben an der Elbe

Zu den Festtagen werden circa 500 Künstler aus mehr als 25 Ländern erwartet, darunter so exzellente Interpretinnen und Interpreten wie Gerlinde Sämann (Sopran), Klaus Mertens und Peter Kooij (Bariton), Dorothee Oberlinger (Blockfl öte), Dmitry Sinkovsky (Violine, Countertenor), Hille Perl (Viola da gamba), Jean Rondeau (Cembalo), Dirigenten wie Reinhard Goebel und Hermann Max sowie renommierte Klangkörper wie die Akademie für Alte Musik Berlin (Foto), die Kölner Akademie, die Rheinische Kantorei und – erstmals in Magdeburg – die Ensembles „Amarillis“ (Frankreich), „Les Passions de L’Ame“ (Schweiz), „Salomon’s Knot“ (Großbritannien) und „Tempesta di Mare“ (USA).

Insgesamt werden 27 Konzerte und szenische Darbietungen im Hauptprogramm und mehr als 30 Veranstaltungen im Rahmenprogramm zu erleben sein. Die szenische Produktion der 25. Magdeburger Telemann-Festtage widmet sich Telemanns heiteren Intermezzi „Pimpinone“. Das war das erste Bühnenwerk Telemanns, das in Magdeburg 1928 im Zuge seiner Wiederentdeckung auf die Bühne kam. Heute gehört es zu den bekanntesten und meist gespielten szenischen Werken des Komponisten. Für musikalische Qualität sorgt neben den beiden Solisten Marie-Sophie Pollack und Dominik Köninger die Akademie für Alte Musik Berlin.



Highlight zur Eröffnung der Festtage

Das Eröffnungskonzert am Abend des 13. März 2020 wird Dorothee Oberlinger (Foto) mit ihrem „Ensemble 1700“ gestalten. Die bekannte Blockflötistin, Ensembleleiterin und Dozentin erhält bereits am Nachmittag den Georg-Philipp-Telemann-Preis 2020 der Landeshauptstadt Magdeburg.

Eine Besonderheit der Magdeburger Telemann-Festtage ist es, neben bekannten auch unbekannte oder seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr erklungene Werke auf Basis aktueller Forschungsergebnisse aufzuführen.So sind beim kommenden Festival fünf Erstauff ührungen sowie eine europäische Erstaufführung von Telemann-Kompositionen in heutiger Zeit zu erleben. Sechs Studierende der Martin-Luther-Universität Halle haben sich unter der wissenschaftlichen Anleitung von Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann intensiv mit Telemanns unerschlossenem Werk beschäftigt.Ihre Neu-Editionen dreier Kantaten Telemanns erklingen in einem Konzert mit dem Kammerchor des Universitätschores Halle und dem Händelfestspielorchester. Dieses Konzert „Geistliches Singen und Spielen“ wird nicht nur in Magdeburg, sondern auch beim Bachfest in Leipzig, bei den Thüringer Bachwochen in Eisenach sowie im Rahmen der „Halleschen Universitätsmusik“ in Halle aufgeführt und verbindet erstmals diese mitteldeutschen Musikfeste miteinander.



Neue Wege in der Telemann-Lounge

Neue Wege werden mit zwei genreübergreifenden Konzerten beschritten. Das junge Ensemble „4 Times Baroque“  wird in der Insel der Jugend, einem Magdeburger Szene-Club, in der „Telemann-Lounge“ Musik des 18. Jahrhunderts improviesierend mit elektronischen Sounds der Gegenwart mixen. Das originelle französische Barock-Ensemble „Amarillis“ hingegen lässt sich von Telemanns „Musique de Table“, unterstützt von Bühnen- und Lichtdesign, in der Art eines tableau vivant zu einer audio-visuellen Reise in fantastische Welten inspirieren.

Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm will der Jubiläumsjahrgang des Festivals über Liebhaber der Barockmusik hinaus unterschiedliche Besucherschichten und Altersgruppen ansprechen. Vorbereitet werden Filmabende, ein heiteres Papiertheater, eine Junior-Masterclass im Konservatorium Georg Philipp Telemann mit „4 Times Baroque“, Konzerte in den Gruson-Gewächshäusern sowie eine Lesung mit Bruno Preisendörfer aus seinem neuen Buch „Als die Musik in Deutschland spielte“.