Ratgeber: Checkliste zum Treppenlift-Kauf in Halle

Sitzlift, Plattformlift, Hublift: viele Modelle und vor allem viele Händler und Marken wie Lifta, thyssenkrupp, Hiro machen es Verbrauchern schwer, die richtige Entscheidung beim Treppenlift-Kauf zu treffen. Mit unserer Checkliste wollen wir ein wenig Licht ins Dunkel bringen und Ihnen die Suche nach dem passenden Lift und dem richtigen Ansprechpartner vor Ort erleichtern.

1. Informationssammlung

Das Treppensteigen wird zunehmend zur Qual oder ist schlicht und ergreifend nicht (mehr) möglich: Ein Treppenlift muss her - so weit, so gut. Doch viele Fragen sind zuerst einmal ungeklärt. Zum Beispiel: Welcher Treppenlift ist der richtige für mich, was kosten Treppenlifte und ist der Einbau in meinen vier Wänden überhaupt machbar? Erste Antworten auf diese Fragen erhalten Sie im Internet. Einige Fragen beantworten wir Ihnen auch in unserer Übersicht ganz unten auf dieser Seite.

2. Persönliche Beratung

Eine persönliche Beratung ersetzt die Google-Suche selbstverständlich nicht. Lokale Anbieter in Halle und anderen Städten Sachsen-Anhalts beantworten offene Fragen telefonisch. Tipp: Die Erstberatung sollte kostenlos sein - fragen Sie im Zweifel vorab nach. Prüfen Sie auch Bewertungen und Erfahrungsberichte, bevor Sie Kontakt mit einem Treppenlift-Berater aufnehmen.



3. Vor-Ort-Termin

Am Telefon kann schon einiges geklärt werden. Das war und ist insbesondere in Zeiten von Corona ein großer Vorteil. Dennoch geht es nicht ganz ohne einen Vor-Ort-Termin. Seriöse Händler bieten den Vor-Ort-Termin ebenfalls kostenlos an. Die Sichtung der baulichen Gegebenheiten ist wichtig, um Maß zu nehmen, die Machbarkeit des Einbaus zu prüfen und so überhaupt erst das passende Modell vorschlagen zu können.

4. Probefahrt wahrnehmen

Häufig bieten die Treppenlift-Händler Probefahrten an. Diese finden bei Kunden statt, bei denen bereits ein entsprechendes Modell installiert wurde. Kosten und Verpflichtungen sollten durch die Probefahrt nicht entstehen. 

5. Kosten und Modalitäten klären

Spätestens jetzt sollten Sie den Treppenlift-Berater nach den exakten Kosten inkl. Montage sowie den Garantie-Modalitäten fragen: Ist der Kauf an eine Garantieerweiterung oder einen Wartungsvertrag gebunden, dann heißt es: Finger weg! Diese Zusatzvereinbarungen sind zwar sinnvoll, aber immer optional. 

6. Alternativen erörtern

Fragen Sie den Experten auch nach kostengünstigen Alternativen. Häufig können die Händler Ihnen das passende Modell als gebrauchte Variante anbieten. Je nachdem wie aufwendig und teuer die Führungsschienen-Konstruktion wird (fällt bei gebrauchten Liften extra an), können Sie hier bis zu 60 % im Vergleich zum Neukauf sparen.

7. Angebote vergleichen

Haben Sie ein Angebot vom Händler erhalten, sollten Sie dieses mit anderen Angeboten vergleichen. Auf den Webseiten der lokalen und überregionalen Anbieter können Sie konkrete Angebote häufig direkt über ein Kontaktformular anfordern. Auch telefonisch wird man Ihnen Auskunft geben können.

8. Finanzierungshilfen prüfen

Bringen Sie in Erfahrung, ob der Treppenlift-Kauf durch regionale Fördermittel (z. B. das Sachsen-Anhalt Aufzugsprogramm), überregionale KfW Zuschüsse oder den Pflegekassenzuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen finanziert werden kann. Seriöse Treppenlift-Anbieter werden Ihnen nicht nur Auskunft geben, sondern Sie auch bei der Antragstellung unterstützen.



Fragen, die Sie dem Anbieter stellen sollten:

  • Was kostet der Lift?
  • Kann ich den Treppenlift auch mieten?
  • Ist der Einbau bei mir machbar?
  • Kann ich den Kaufpreis in Raten zahlen?
  • Welche Finanzierungshilfen gibt es sonst noch?
  • Lässt sich der Kaufpreis von der Steuer absetzen?
  • Helfen Sie mir bei der Antragsstellung etwaiger Fördermittel?
  • Bieten Sie das Modell auch gebraucht an?
  • Wie sicher ist der Treppenlift?
  • Ist der Lift TÜV-geprüft?
  • Wie funktioniert der Lift?
  • Ist eine Probefahrt möglich?
  • Wie häufig muss der Lift gewartet werden?
  • Brauche ich eine Baugenehmigung?
  • Gibt es eine Rückkaufoption für den Treppenlift?
  • Ist ein Wartungsvertrag optional?
  • Ist die Garantie an den Wartungsvertrag gebunden?
  • Lässt sich der Einbau Bausubstanz-schonend realisieren?


Allgemeine Infos zu Treppenliften:

  • Treppenlifte für Rollstuhlfahrer besitzen eine befahrbare Plattform.
  • Die Tragfähigkeit von Sitzliften ist begrenzt.
  • Plattformlifte haben eine deutlich höhere Tragfähigkeit.
  • Die Führungsschienen von Treppenliften müssen fast immer maßgefertigt werden.
  • Beim Privatkauf von gebrauchten Liften müssen Schienen und Einbau separat beauftragt werden.
  • Schienensysteme für Treppenlifte machen den Großteil der Kosten aus.
  • Ein Sitzlift (neu) ist ab 4.500 Euro erhältlich. Die Preise für aufwendige Kurven-Konstruktionen können schnell fünfstellig werden.
  • Lifte ohne Schienen (z. B. Hublifte) zählen zu den Senkrechtliften.
  • Lifte für außen sind etwas teurer als vergleichbare Modelle für innen.
  • Bei sehr engen Treppen sollten Sitz und / oder Plattform klappbar sein.
  • Der Treppenlift-Einbau im Mehrfamilienhaus muss bei medizinischer Notwendigkeit von den Eigentümern geduldet werden
  • In Häusern mit mehr als zwei Wohneinheiten muss die Mindestlaufbreite von 100 cm bei einer “notwendigen Treppe” eingehalten werden.
  • Die Mindestlaufbreite darf trotz Schienen und Fahrmodul nicht maßgeblich und dauerhaft unterschritten werden.
  • Eine Kurve am Treppenende / -anfang sorgt dafür, dass der Lift in der Parkposition keine Fluchtwege versperrt.
  • Die Einbauvoraussetzungen für Treppenlifte in privaten und öffentlichen Gebäuden werden durch die Normen DIN 18040-2 und DIN 18040-1 sowie die Bauordnungen der Länder definiert.
  • Eine Baugenehmigung ist für den Treppenlift Einbau nicht erforderlich.
  • Treppenlifte können durch regionale Fördermittel für barrierefreien Umbau sowie KfW-Kredite und eine -Förderung finanziert werden.
  • Der Zuschuss der Pflegeversicherung für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wird einmalig ab Pflegegrad 1 gewährt und beträgt bis zu 4.000 Euro pro Person.