Kulturelle Unterschiede: Tag der Toten in Deutschland und in Mexiko

Gestorben wird immer, wie ein bekannter Spruch besagt. Dennoch ist der Tod ein Thema, mit dem Menschen ganz unterschiedlich umgehen. Allein kulturell bedingt gibt es viele Unterschiede. Während der Tod in Deutschland beispielsweise mit der Farbe Schwarz verbunden und mit viel Pietät behandelt wird, trägt man in Indien zu Beerdigungen Weiß. In Mexiko erweist man den Verstorbenen Respekt, indem die Hinterbliebenen ein farbenfrohes Fest feiern.

Umgang mit dem Tod

Obwohl der Tod ein allgegenwärtiges Thema ist, beschäftigt sich eigentlich niemand gerne damit. Dennoch ist es wichtig, sich mit manchen Fragen auseinanderzusetzen: Wie möchte ich sterben? Was passiert mit meiner Familie, wenn ich nicht mehr da bin? Die wenigsten haben darauf eine klare Antwort, obwohl es nicht dramatisch sein sollte, sich seine eigene Endlichkeit vor Augen zu führen. Gerade in einer Familie muss man sich darum kümmern, die Angehörigen im Todesfall finanziell abzusichern. Das kann mittels einer Risikolebensversicherung und/oder Sterbegeldversicherung passieren. Erstere soll die Angehörigen vor finanzieller Not bewahren; Letztere dient dazu, die Kosten der Beerdigung zu begleichen.



Gedenken an die Verstorbenen am Totensonntag

In Deutschland gedenkt man den Toten am Sonntag vor dem ersten Adventssonntag. Die evangelische Kirche bezieht sich mit der Bezeichnung Ewigkeitssonntag auf den Glauben an das ewige Leben und die Wiederauferstehung.

Der Totensonntag entstand im 19. Jahrhundert in Preußen aus dem Wunsch heraus, der Gefallenen der Befreiungskriege zu gedenken. Es handelt sich zwar nicht um einen gesetzlichen Feiertag, dennoch gibt es für ihn besondere Regelungen, die in jedem Bundesland gelten. Demnach ist der Totensonntag ein sogenannter stiller Feiertag – es dürfen keine öffentlichen Unterhaltungsveranstaltungen stattfinden.

Für Katholiken hat Allerseelen am 2. November eine ähnliche Bedeutung. Es handelt sich dabei allerdings weder um einen gesetzlich noch um einen stillen Feiertag. In Süddeutschland ist es Brauch, den Verstorbenen Brote als Gabe hinzulegen.



Drei Tage bunte Farben und ausgelassene Stimmung – Día de los Muertos

Anders als hierzulande feiern die Mexikaner ihre Verstorbenen ausgelassen, um ihnen Ihre Liebe und Ihren Respekt zu zeigen. Dabei geht es auch um die Freude am Leben. Die Menschen tragen bunte Kostüme und schminken sich das Gesicht grellbunt, es werden Festumzüge veranstaltet und Gaben für die Verstorbenen vorbereitet. Auch wenn es zur gleichen Zeit stattfindet, handelt es sich beim Día de los Muertos nicht um eine spanische Halloween-Variante. Ursprünglich stammt der Día de los Muertos aus der Kultur der Azteken und anderer indigener Völker Mittelamerikas. Während der Feierlichkeiten werden verschiedene Bräuche zelebriert, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. So gibt es beispielsweise einen geschmückten Altar, um die Toten willkommen zu heißen. Zudem servieren die Feiernden den Verstorbenen diverse Speisen wie Brote oder Zuckerschädel.

Eine andere Perspektive auf den Tod

Ein Blick darauf, wie in anderen Kulturen mit dem Thema Tod umgegangen wird, kann helfen, die Angst vor ihm zu verlieren. Der mexikanische Día de los Muertos zeigt, dass der Tod zum Leben gehört. So fällt es vielleicht auch leichter, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen.