Neue soziale Netzwerke: Erst der Hype, dann der Abstieg

Dass ein Start-up langfristig überlebt, ist statistisch gesehen eher die Ausnahme. Ganz besonders selten scheint dies der Fall zu sein, wenn es sich bei dem Unternehmen um ein soziales Netzwerk handelt. Seit dem rasanten Aufstieg von Facebook und Twitter haben regelmäßig zahlreiche Start-ups versucht, eine bessere Variante des Netzwerkriesen zu entwickeln. Gelungen ist dies nur wenigen Start-ups und auch diesen nur ansatzweise; überdies war ihr Erfolg nur von begrenzter Dauer.

Facebook-Konkurrenten: Datenschutz und Werbefreiheit

  • komplett auf Werbung verzichten
  • dem User die komplette Kontrolle über seinen Account geben
  • keine persönlichen Daten sammeln
  • keine Daten an Dritte verkaufen

Das soziale Netzwerk, das derzeit für Furore sorgt, heißt "Vero - True Social". Dabei handelt es sich um eine Social-Media-App, die mit einem schlichten, aber schicken Design, werbefreien Newsfeeds und einer besseren Kategorisierung von Freunden und Posts die User für sich gewinnen möchte. In Online-Ratgebern kann man Näheres über Vero erfahren und sich über die Vor- und Nachteile der App informieren.



Das Problem der Finanzierung

In der Vergangenheit sind bereits soziale Netzwerke mit ähnlichen Vorhaben wie Velo gescheitert, so zum Beispiel das Berliner Start-up "Aka Aki" vor mehr als 10 Jahren. Die damalige App zeigte den Usern an, wann sich Freunde oder andere Mitglieder mit ähnlichen Interessen in der Nähe befanden. Und es bot eine Plattform, auf der sich die Mitglieder untereinander austauschen konnten. Nachdem unbegrenztes mobiles Datenvolumen günstiger geworden und die erste App für das iPhone auf den Markt gekommen war, schossen die Nutzerzahlen von "Aka Aki" rasant in die Höhe. Doch da dieses Netzwerk kosten- und werbefrei bleiben wollte, wurde nach einer Weile das Geld knapp - und zudem die Konkurrenz größer. Schließlich gingen die Gründer getrennte Wege, das Unternehmen löste sich auf.

Auch nicht mehr existent, aber zu seiner Zeit sehr erfolgreich war das Netzwerk "StudiVZ", das in Deutschland für einige Jahre eine echte Alternative zu Facebook darstellte und zu Höchstzeiten knapp 16 Millionen Nutzer zählte. Anders als viele heutige Unternehmen wollte sich "StudiVZ" jedoch nicht als Gegenentwurf zu Facebook präsentieren, sondern die Idee seines Konkurrenten, der damals hauptsächlich in den USA erfolgreich war, so weit wie möglich für den deutschen Markt nachbauen. Doch auch "StudiVZ" ereilte das gleiche Schicksal wie viele andere Mitbewerber: Die werbefreie Plattform bekam Finanzierungsschwierigkeiten und wurde letztlich für mehrere Millionen verkauft.



Das soziale Netzwerk "ello", das in seinen Anfängen schon als das "nächste Facebook" gefeiert wurde, konnte seinen Erfolg zwar nicht dauerhaft behaupten, sich dafür aber als Nischenplattform etablieren. Die App legt nach wie vor großen Wert auf Werbefreiheit und Datenschutz. So werden - wenn überhaupt - nur allgemeine und anonymisierte Daten zur Verbesserung der App gesammelt, jedoch niemals userbezogene. Das von Künstlern entworfene Netzwerk hatte zu Beginn den Zweck, eine Plattform für allgemeinen Austausch zu sein. Seither hat es sich allerdings immer stärker zu einem Netzwerk für Kunstschaffende und Designer entwickelt. Auf "ello" können diese beispielsweise Aufträge anbieten, annehmen oder sich für Projekte zusammenschließen.

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