Mythos oder Wahrheit - Die wilden Zwanziger als Vorbild?

Die Golden Zwanziger sind in Mode, ob im Fernsehen oder in Büchern. So wird diese Epoche als Schauplatz benutzt, war es doch die Zeit des ausgelassenen Tanzens, des neuen Glücks und des Aufschwungs. Viele Leute widmen Feste dem Thema "Der große Gatsby" und neue Serien wie z.B. "Babylon Berlin" machen die damalige Zeit zum Zentrum des Geschehens. Auch in Halle ist jedes Jahr Jazz, ein wichtiger Aspekt der Zwanziger Jahre, ein zentrales Thema in "Women in Jazz". Aber ist es wirklich so, dass die wilden Zwanziger besser waren als das heutige Zeitalter? Was geschah damals und wie kann man es mit heute vergleichen?

Die Zwanziger Jahre waren eine Zeit der wirtschaftlichen Konjunktur. Deutschland befand sich nach dem Ersten Weltkrieg im Aufschwung. Frauen eroberten die Arbeitswelt aufgrund des akuten Männermangels und hatten demzufolge mehr Freiheiten. Aufgrund der besser werdenden Wirtschaft, zog es viele Menschen vom Land in die Stadt, was zu dem Entstehen von vielen Metropolen führte. Die Nachkriegszeit schien zu neuen Arbeitsmöglichkeiten geführt zu haben und davon machten die Menschen Gebrauch. Auch modisch veränderte sich so einiges. Damen trugen den sogenannten "Bubikopf", der noch heute gerne in der leicht abgewandelten Form des Bobs von Frauen getragen wird, und tanzten ausgelassen in den neu entstandenen Clubs und Cafés bis in die frühen Morgenstunden. Es gab viele Feste zu feiern und hier lagen neben ausgefallenen Cocktails vor allem Spiele wie Blackjack und Poker voll im Trend. Heute werden die klassischen Kartenspiele in vielen verschiedenen Versionen wie Cashback Blackjack oder Tequila Poker gerne im Casino online angeboten. Vielleicht auch, weil das elegante Ambiente des Casinos perfekt zu der damaligen Zeit passt. Man tanzte Charleston, eine bis dahin obszöne Musikrichtung. Kurz gesagt: Man hatte Spaß! 



Die Goldenen Zwanziger waren aber ebenso die Blütezeit der deutschen Kunst und Kultur. So wurden mehr und mehr Kinos gebaut und auch preislich erschwinglich für den gewöhnlichen Bürger gemacht. Das hat sogar die Kinos in Halle stark beeinflusst. So wurden hier beispielsweise im Jahr 1929 der erste Film mit Ton vorgeführt. Auch Lichtspiel-Theater waren in Halle reichlich vertreten und angesagt. Die Technologie erlebte ebenfalls einen Aufschwung, sodass sich viele Haushalte auch ihre eigenen Grammofone leisten konnten. Das Leben war gut und das führte zu einer positiven Stimmung in der Bevölkerung.

Dennoch ist zu sagen, dass diese legendäre Zeit nur sehr kurz anhielt. 1929 war der Luxus nämlich schon wieder vorbei und die Börse brach zusammen, mit verheerenden Konsequenzen. So begann insbesondere für die allgemeine Bevölkerung eine sehr harte Zeit. 



Auch was die Technologie angeht, hat sich seit den Zwanzigern mit der Erfindung des Internets so einiges verändert. So braucht man heute weder Grammofone zum Musikhören noch Telefone, um zu telefonieren. Heutzutage kann man sich online alles nach Hause holen, ob Bücher oder Filme, ein Klick reicht und man hat alles bei der Hand. Außerdem kann man sich Sport über den Laptop ansehen, sich damit sogar schon fit halten.

In den Zwanzigern musste man alten Bekannten, die in einer anderen Stadt oder sogar Land wohnten noch Briefe schreiben. Heute ist das fast unvorstellbar, gibt es doch E-Mails, Smartphones oder Videotelefonie. Wie erwähnt, hat sich seit der Erfindung des Internets unser Verhalten komplett geändert. Wenn es um Modefragen geht, waren die Zwanziger nachahmenswert, weil man im 21. Jahrhundert sozusagen die Qual der Wahl bezüglich Kleidungsoptionen hatte. Die Golde Zeit war elegant und wird noch heute gerne getragen. Dementsprechend, waren die Zwanziger eine Art Vorbild oder Vorreiter in der Mode von der wir jetzt noch Gebrauch machen.

Kurz um, die Zwanziger Jahre sind von der heutigen Perspektive eine sehr interessante Epoche. Schien sie doch geprägt gewesen zu sein von Veränderung, wenn nicht sogar von Verbesserungen. Gleichermaßen ist es schwierig Geschichte genau nachzuvollziehen, wenn man sie zu sehr idealisiert. Es war eine Zeit des Wachstums und der Freude, die nicht zu lange anhalten konnte, weil noch viele Probleme unter der Oberfläche brodelten.