Irrtümer rund um die Augen

Etwa 24 Millionen bildliche Eindrücke bekommt ein Mensch mit durchschnittlicher Lebensdauer in seinem Leben - das Auge leistet also einiges und gilt als einer der aktivsten Muskeln des menschlichen Körpers. Doch durch das heutzutage gängige ständige Starren auf Bildschirme werden die Augen stark belastet. Die Sehorgane benötigen normalerweise einen ständigen Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht, was heutzutage durch das Blicken auf Smartphones und Computerbildschirme viel zu selten geschieht. Dass Handys die Augen langfristig verschlechtern, hat jetzt eine Studie belegt. Andere vermeintliche Fakten über die Augen sind jedoch weit verbreitete Mythen.

 



Mythos 1: Kontaktlinsen sind besser für die Augen als Brillen

Hartnäckig hält sich die Vorstellung, Kontaktlinsen seien weniger schädlich für die Sehkraft, da die Linse direkt auf dem Auge aufliege und es somit nicht den Abstand zwischen Auge und Brillenglas kompensieren müsse. Doch dem ist nicht so. Generell haben sowohl Kontaktlinsen als auch Brillen ihre Vor- und Nachteile. Dennoch sind Augenärzte der Meinung, dass Kontaktlinsen Brillen so bald nicht komplett ersetzen werden. Wer an einer Augenirritation oder einer Infektion leidet, sollte immer auf die Brille zurückgreifen und auf die Linsen verzichten, um keine ernsthaften Augenschäden zu riskieren. Wer sowohl unter Kurzsichtigkeit als auch unter Weitsichtigkeit leidet, benötigt eine Sehhilfe, die beide Fehlsichtigkeiten gleichermaßen korrigiert. Obwohl es mittlerweile sogenannte Multifokallinsen dafür gibt, raten Augenärzte eher zu Gleitsichtbrillen, die es von verschiedenen Marken gibt. Grund: Bei Linsen ist im Gegensatz zur Gleitsichtbrille die Blendeempfindlichkeit erhöht und die Sehschärfe bei Nähe und Ferne nicht so perfekt wie bei einer Brille.

Mythos 2: Lesen bei schlechtem Licht verdirbt die Augen

Tatsächlich strengt es die Augen deutlich mehr an, bei dämmrigen als bei hellem Licht zu lesen. Infolgedessen ermüden sie auch schneller. Das kann kurzfristig dazu führen, dass die Buchstaben beim Lesen vor dem Auge verschwimmen oder man Kopfschmerzen bekommt. Doch nach dem Schlafen sind die Beschwerden verschwunden - langfristige Schäden konnten bisher nicht nachgewiesen werden.



Mythos 3: In die Sonne zu schauen ist gut für die Psyche

Zwar stimmt es, dass der Körper, wenn die Sonne auf die Haut trifft, Serotonin ausgeschüttet und so das Wohlbefinden gesteigert, der Zuckerstoffwechsel reguliert und schlechte Laune vertrieben wird. Dennoch sollte man nicht mit geöffneten Augen in die Sonne blicken, um keine bleibenden Schäden zu riskieren. Grundsätzlich ist es wichtig, bei starkem Sonnenschein eine Sonnenbrille aufzusetzen. Doch Vorsicht, nicht jede Sonnenbrille schützt vor den gefährlichen UV-Strahlen.

Mythos 4: Augentraining kann die Sehstörung korrigieren

Der amerikanische Augenarzt William Bates entwickelte im Jahr 1919 eine Entspannungsmethode für die Augen, die Sehstörungen korrigieren sollte. Zweck der Übungen war es, Verspannungen und Verkrampfungen der Augenmuskulatur und der Sehnen zu lockern. Bates war der Ansicht, dass dadurch Sehstörungen vermindert oder sogar vollständig geheilt werden könnten. Doch leider handelt es sich dabei um einen Mythos. Fehlsichtigkeit ist nämlich auf einen Brechungsfehler in der Linse zurückzuführen, nicht auf eine verspannte Augenmuskulatur. Nichtsdestotrotz können die Übungen nach Bates die Augen vor allem nach langer Bildschirmarbeit entspannen.

 

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