Fußball-Kultur in Deutschland

"Fanfest" (CC BY-SA 2.0) by Photocapy

In der Welt ist Deutschland bekannt für seine reichhaltige Geschichte, sein Bier und vor allem für den deutschen Fußball. Es ist nicht vermessen zu sagen, dass Deutschland seit jeher einige der besten Fußballspieler der Welt hervorbringt.

In einer Kultur, die sich selbst über Pünktlichkeit und Effizienz definiert, rührt es nicht von ungefähr, dass sich die Erfolge zahlreicher großer deutscher Fußballteams vor allem auf Disziplin, Stärke und körperliche Fitness zurückführen lassen. Da das Mutterland des Fußballs bekanntlich England ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass auch die Anfänge mit englischen Einwanderern zu tun haben. Denn als einer der ersten modernen Fußball-Vereine in Deutschland gilt der Dresden Football Club. Dieser wurde 1873 von in Dresden lebenden Engländern gegründet und gilt als einer der ältesten Fußballvereine in der Republik.

Schnell erfreute sich das Spiel mit dem runden Leder großer Beliebtheit und schon um 1900 gab es landesweit 86 eingetragene Vereine. Und da diese Vereine sich gegenseitig messen wollten, wurde am 28. Januar 1900 mit der Grundversammlung des Deutschen Fußball-Bundes in Leipzig ein deutschlandweiter Dachverband ins Leben gerufen, dem sich nach und nach regionale Verbände anschlossen. Nur drei Jahre später wurde bereits die erste Endrunde um die deutsche Meisterschaft abgehalten.

Heute ist Fußball die mit Abstand populärste Sportart in Deutschland und insbesondere die Spieler der deutschen Nationalmannschaft genießen Heldenstatus. Selbstredend steigt und fällt dieser mit den Erfolgen. Vergleichbar mit vielen anderen Ländern, in denen Fußball einen ähnlich hohen Stellenwert genießt, verfügt Deutschland mit dem DFB über eine gut strukturierte Organisation, die für die Planung und Ausarbeitung aller Turniere und die Sensibilisierung für die Bedeutung des Sport zuständig ist. Und die gute Arbeit trägt Früchte, die Klubs sind erfolgreich und die Stadien im Gegensatz zu anderen großen Ligen stets gut gefüllt.





Wie hoch der Stellenwert von Fußball in Deutschland ist, zeigt ein einfaches Beispiel. Der Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft heißt Joachim Löw. Umfragen haben ergeben, dass mehr Deutsche den Namen des Bundestrainers nennen können, als den des Bundespräsidenten. Kein Kultur-Event, kein einmaliges Naturschauspiel, keine Serie im Fernsehen ist in Deutschland auch nur annähernd so beliebt wie Fußball. Das allgemeine Wettfieber hat nun auch die Deutschen erfasst, und selbstverständlich sind Fußball Wetten mit Abstand die beliebtesten. Und wenn wir ehrlich sind, bedingt die eine Leidenschaft auch die andere. Nun hat Deutschland gerade erst die Möglichkeit bekommen, seine Passion mit der Welt zu teilen. 2024 wird die Europameisterschaft in Deutschland abgehalten. Die Mehrheit der deutschen findet das gut. Genauer gesagt ganze 54 Prozent. 13 Prozent haben gemischte Gefühle und nur sechs Prozent sind damit gar nicht einverstanden.

Die größte Vorfreude auf das Turnier aber haben die Befragten ab 55 Jahren. 57 Prozent davon bejahen die Vergabe. Dagegen freuen sich von den 18-24-Jährigen nur 34 Prozent darüber. Ein Anzeichen dafür, dass die Popularität des Fußballs abnimmt? Wohl eher nicht, denn in den letzten Jahren ist seine Beliebtheit noch einmal deutlich gestiegen, sodass sie die alte Fußballhysterie der 70er und 80er Jahre mittlerweile um Längen übertrifft. Das betrifft Länderspiele genauso wie die Fußballbundesliga und Wettbewerbe auf europäischer Ebene.

Die außergewöhnliche Beliebtheit von Fußball in Deutschland zeigt sich an den Massen von Fans, die in vielen größeren Städten jedes Wochenende ins Stadion ausrücken. Sie wird auch daran ersichtlich, dass bei Übertragungen wichtiger Fußballspiele die Straßen wie leergefegt sind.

((Foto: "Fanfest" (CC BY-SA 2.0) by Photocapy))