14. Auflage des internationalen Jazzfestivals „Women in Jazz"

Die Musikerin Zoe Rahman ist beim Women in Jazz Festival mit dabei. (Foto: Cultourbuero Herden)

Vom 24. April bis 1. Mai 2019 präsentiert die 14. Auflage des Festivals "Women in Jazz" in Halle (Saale) den Jazz in seiner Vielfalt und Kreativität, aber auch in seinem Bestreben nach Freiheit und der ihm innenwohnenden Toleranz. Jazzmusikerinnen haben sich ihren Platz in der Musikszene erspielt und dokumentieren dies auch auf diesem in Europa immer noch einzigartigen Festival. Das Festival wächst weiter mit, um der dynamischen Entwicklung der Frauenjazzszene entsprechen zu können.

Das Festival bietet in diesem Jahr mit dem Festivalprojekt "Very British" einen spannenden Überblick über die britische Frauenjazzszene. "Very British" bietet eine Balance aus Tradition und Moderne, Jung und Alt, arriviert und „up and coming". Die aktuelle britische Jazzszene ist wesentlich deutlicher, von musikalischen Einflüssen aus anderen Ländern und Regionen geprägt, als die europäische Jazzszene. Zuwanderer aus Afrika, dem indischen Subkontinent und der Karibik schufen eigenständige musikalische Projekte in Großbritannien oder beeinflussen die eher konservativen Jazztraditionen des europäischen Inselstaates. Wichtig erscheint der Fakt, dass die britische und die amerikanische Jazzszene immer in einem engen Austausch standen. Tourneen britischer Jazzmusiker waren zuerst immer auf den amerikanischen Kontinent ausgerichtet. Die amerikanische Jazzszene hat London gern als Ausgangspunkt für Tourneen auf dem europäischen Kontinent genutzt.



Die Musikerin Clare Teal ist beim Women in Jazz Festival mit dabei. (Foto: Cultourbuero Herden)

Nach der Jahrtausendwende hat sich der Jazz in Großbritannien “modernisiert“. Es gibt heute eine vielfältige, zu meist junge und selbstbewusste Jazzszene. Die britische Jazzszene ist dabei, sich mit innovativen Sounds einer neuen Jazzgeneration für ein neues Publikum zu öffnen und damit zu befreien. In einem Guardian Artikel (8.4.2018) heißt es unter dem Titel „Die britische Jazzexplosion“: „Für viele von uns schien Jazz etwas zu sein, dem andere Menschen zugehört haben. … Anders als zu früheren Zeiten sind die Musiker heute zwischen 20 und 30 Jahren alt, kommen aus unterschiedlichen Hintergründen und haben, ihre eigene Community außerhalb der großen Labels und Konzerthallen geschaffen. Ihre Musik bedient sich mittlerweile freizügig von anderen Genres, ob Hip-Hop, Neo-Soul, britische Clubklänge wie Broken Beat oder aus der afrikanischen und karibischen Diaspora. Die aktuelle britische Frauenjazzszene ist ein äußerst lebendiges Abbild dieser Entwicklung. Sie steht im Focus des diesjährigen Festivals.

Der britische Jazz besitzt groß internationale Anerkennung. Künstler wie der britische Jazzpianist Stan Tracey oder der Posaunist Chris Barber besitzen Legendenstatus. Orientiert am amerikanischen Dixieland, Swing und Blues haben die Bands um Barber, Bilk & Ackerbilk oder auch das Pasadena Roof Orchestra den traditionell orientierten amerikanischen Jazz in die europäischen Konzertsäle gebracht und ihm bis heute erhalten. Musiker, wie Mike Westbrook oder Graham Collier stehen für einen eigenständigen britischen Free Jazz. Die Nahtstellen zwischen Jazz- und Rock & Pop Szene waren fließend. Ginger Baker oder John McLaughlin komponierten und spielten Musik, die zwischen den verschiedenen Musikwelten stand. In den 1970er Jahren wächst der Einfluss von Musikern aus anderen Erdteilen und Ländern auf die britische Jazzszene. Zuwanderer aus Afrika, Asien und der Karibik schufen eigenständige musikalische Projekte in Großbritannien und beeinflussten auch den Jazz auf dem europäischen Kontinent.



Julie Campiche (Foto Veranstalter)

Auch das weitere Konzertangebot lässt viel Raum für Neuentdeckungen. Fast alle Jazzmusikerinnen, die ihrer Herkunft nach aus den USA, aus Australien, aus Kuba, der Schweiz, Österreich und Deutschland kommen, sind erstmals bei dem Festival zu erleben. Das Programm beinhaltet darüber hinaus eine Ausstellung, einen Jazz-Gottesdienst, einen Workshop, ein Open Air, jazzige Stadtführungen und die Einladung, ganz besondere Orte der Stadt Halle kennenzulernen. Zum Abschluss huldigen wir einer echt halleschen Jazzlegende: der Uni-Bigband Halle, die unter dem Titel "25 Jahre Uni-Bigband feat. Shayna Steele" das Festival furios beschließen wird.

Tickets und weitere Informationen finden Sie hier.